Mainz bekommt 2026 ein neues Kulturzentrum an der Rheinallee 111
Ein langes Zeit leer stehendes Gebäude an der Rheinallee 111 in Mainz soll bald zu einem lebendigen Kulturzentrum werden. Das neue Haus mit dem Namen hundert11 hat Mieter und Fördergelder gesichert und plant, 2026 seine Türen zu öffnen. Das Projekt will Künstlern aus der Region, Gemeinschaftsveranstaltungen und einem vielfältigen Kulturprogramm im Herzen der Stadt eine Plattform bieten.
Das Gelände an der Rheinallee 111 grenzte einst an einen jüdischen Friedhof; die bröckelnden Mauern erinnern noch an die alte Güterbahnstrecke der Heisterbacher Talbahn. Die 1891 erbaute Bahnstrecke diente ursprünglich Steinbrüchen, sah ihre letzten Personenzüge in den späten 1920er-Jahren und wurde 1942 endgültig stillgelegt. Nun erhält das Gebäude als hundert11 ein neues Leben – als soziokulturelles Zentrum auf 1.400 Quadratmetern.
Norbert Schön, bekannt für Projekte wie schon schön und café blumen, übernimmt als geschäftsführender Gesellschafter die Leitung. Geplant sind ein Veranstaltungsraum für 600 Gäste, ein Club mit Platz für 400 Personen, ein zweistöckiges Restaurant sowie ein interaktiver Innenhof. Die Kulturbäckerei, ein Kollektiv aus Club und Gastronomie, wird nach der Eröffnung 2026 die oberen Etagen nutzen.
Unterstützung erhält das Vorhaben von der Stadt Mainz, dem Land Rheinland-Pfalz und der Kulturstiftung des Bundes. Die Initiatoren betonen die Bedeutung von Teilhabe, kultureller Bildung und der Auseinandersetzung mit Themen wie Demokratie und Nachhaltigkeit. Ziel ist es, ein "offenes Wohnzimmer" für alle Bürgerinnen und Bürger zu schaffen – einen Ort der Begegnung über Milieus und Hintergründe hinweg.
Die Wohnbau Mainz, die hinter dem Projekt stehende Wohnungsbaugesellschaft, hat die Mieter bestätigt. Neben Aufführungen und Ausstellungen wird das Zentrum Diskussionsrunden, Workshops und gemeinschaftliche Aktivitäten anbieten. Im Fokus steht, Kultur zugänglich zu machen und lokale Vernetzung zu stärken.
Nach der Fertigstellung wird hundert11 der unabhängigen Kunstszene in Mainz ein dauerhaftes Zuhause geben. Die Mischung aus Veranstaltungsflächen, Gastronomie und öffentlichen Bereichen soll Menschen zusammenbringen. Mit gesicherten Mitteln und konkreten Plänen wird das Zentrum bis 2026 zu einem zentralen Baustein der städtischen Kulturlandschaft.






