18 March 2026, 14:12

Böhmermanns provokante Kunst: Warum eine sinkende Freiheitsstatue die USA verspotten soll

Plakat für den Salon des Humoristes in Paris mit einer Frauengesicht umgeben von einer Menge, mit Ereignistext.

Böhmermanns provokante Kunst: Warum eine sinkende Freiheitsstatue die USA verspotten soll

Eine bemerkenswerte neue Ausstellung im Berliner Haus der Kulturen der Welt (HKW) eröffnet

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Unter dem Titel "Die Möglichkeit der Irrationalität" verwandelt die Schau die satirische Fernsehsendung von Jan Böhmermann in ein immersives, realweltliches Erlebnis. Das Herzstück – eine riesige aufblasbare Freiheitsstatue, die in einem Teich versinkt – symbolisiert, was der Künstler als den "untergehenden Zustand der US-Demokratie" bezeichnet.

Die bis zum 19. Oktober laufende Ausstellung, kuratiert von Böhmermann und seiner "Royal Group", kostet 15 Euro Eintritt und lädt Besucher ein, interaktive Installationen zu erkunden – darunter "Trophäen, Souvenirs und Accessoires", die mit umstrittenen Persönlichkeiten verknüpft sind. Zu den Exponaten zählen etwa eine unter dem Namen Donald Trump vermarktete Haarkur und ein Boxsack aus dem Büro von Jan Marsalek.

Böhmermann, lässig gekleidet, empfängt die Gäste persönlich und führt sie durch den Raum. Sein Konzept der "konstruktiven Irrationalität" stellt das aus seiner Sicht gescheiterte Modell einer starren, "destruktiven Rationalität" infrage, die moderne Probleme nicht zu lösen vermag. Die Schau setzt dabei auf strikte Regeln: Handys sind verboten, um digitale Kopien der Exponate zu verhindern.

Ursprünglich war für den 7. Oktober ein Konzert des Rappers Chefket geplant. Doch aufgrund von Vorwürfen antisemitischer Inhalte wurde es abgesagt – weitere Musiker zogen sich daraufhin zurück. Näheres zu öffentlichen Reaktionen oder einer breiteren Debatte über Böhmermanns politische Haltung wurde nicht bekannt.

Neben der Ausstellung moderiert Böhmermann das "ZDF Magazin Royale", eine bei jüngeren Zuschauern beliebte Late-Night-Show. Doch auch deren zukünftige Sendezeiten könnten gekürzt werden, was seine sich wandelnde öffentliche Rolle weiter prägt.

Die Ausstellung bleibt bis Mitte Oktober täglich geöffnet und verbindet Satire, Kritik und Publikumseinbindung. Mit ihren markanten Bildern und der konsequenten Handy-Sperre zwingt sie die Besucher, sich direkt mit Böhmermanns provokanten Ideen auseinanderzusetzen. Gleichzeitig hat die Absage der geplanten Konzerte die Aufmerksamkeit teilweise von der Kunst selbst abgelenkt.

Quelle