Angélica Liddells provokante Performance Seppuku feiert Uraufführung bei den Wiener Festwochen
Traudl GertzAngélica Liddells provokante Performance Seppuku feiert Uraufführung bei den Wiener Festwochen
Am Donnerstag feierte Angélica Liddell ihre Performance Seppuku: Die Beerdigung Mishimas oder die Lust am Sterben im Volkstheater urauf. Das Stück ist Teil der Wiener Festwochen 2024, die in diesem Jahr unter dem Motto Die Republik der Götter stehen. Mit provokanter und schonungsloser Intensität lotet es Leben, Tod und das Makabre aus.
Inspiriert wurde Liddell von einem Suizid, den sie am 7. Januar 2024 in Madrid miterlebte. Das Erlebnis prägte die Performance tief, die sich mit den thematischen Verbindungen der vielfältigen Festivalproduktionen auseinandersetzt.
In der zweistündigen Show trägt Liddell Kleidung Verstorbener, um deren Geschichten zu evozieren. Sie liefert eine ekstatische Verteidigung des Suizids, vermischt mit schwarzem Humor und abrupten Unterbrechungen. Die Aufführung umfasst auch eine stilisierte Nachstellung von Yukio Mishimas Seppuku, dem rituellen Suizid des japanischen Schriftstellers, der ihr Werk seit Langem prägt.
Teilweise wirkt die Inszenierung langatmig, doch sie bewahrt eine rohe Wucht, die Mishimas Erbe mit Liddells konfrontativer Kunst verschmilzt. Die Performance ist ein markanter Beitrag zu den diesjährigen Wiener Festwochen und spiegelt deren umfassende Auseinandersetzung mit existenziellen Themen wider. Liddells Werk fordert das Publikum weiterhin heraus – mit einer schonungslosen Untersuchung von Tod und Sterblichkeit.






