Zoll entdeckt manipulierte Kühltransporter mit XXL-Tanks bei Steuerbetrug
Traudl GertzZoll entdeckt manipulierte Kühltransporter mit XXL-Tanks bei Steuerbetrug
Zollbeamte in Aachen haben Kühltransporter mit übergroßen Kraftstofftanks aufgedeckt. Die Entdeckung ist Teil einer bundesweiten Razzia gegen Speditionen, die durch Tankstellenbesuche außerhalb der EU die Kraftstoffsteuer umgehen. Die Behörden gehen gezielt gegen Unternehmen vor, die rechtliche Grauzonen ausnutzen, um sich illegal Kostenvorteile zu verschaffen.
Fabrikmäßig eingebaute Standardtanks sind bei Grenzübertritten von Abgaben befreit. Doch einige Betreiber rüsten ihre Fahrzeuge mit deutlich größeren Tanks nach – mit einem Fassungsvermögen von 550 bis 800 Litern statt der üblichen 235 bis 245 Liter. Dadurch können sie zusätzliches, im Ausland günstiger erworbenes Diesel mitführen.
Werden solche Umbauten bei Kontrollen entdeckt, fallen sofort Energiesteuer und Einfuhrumsatzsteuer an. Allein im vergangenen Jahr führten solche Prüfungen bundesweit zur Nacherhebung sechsstelliger Beträge an hinterzogener Energiesteuer.
Um Wiederholungstäter abzuschrecken, erheben die Zollbehörden auf die Nachzahlungen einen Zuschlag. So soll verhindert werden, dass unehrliche Spediteure durch die Masche überhaupt finanzielle Vorteile erzielen.
Die Praxis des Tanktauschs zur Steuerumgehung steht mittlerweile unter scharfer Beobachtung. Ertappten Unternehmen drohen nicht nur die Nachzahlung der Abgaben, sondern auch zusätzliche Strafen. Die Kontrollbehörden überwachen den grenzüberschreitenden Verkehr weiterhin gezielt auf ähnliche Verstöße.
