Wie Kinderreime wie Humpty Dumpty Londons düstere Geschichte widerspiegeln
Michaele LindnerWie Kinderreime wie Humpty Dumpty Londons düstere Geschichte widerspiegeln
Viele klassische Kinderreime haben überraschende Ursprünge, die mit realer Geschichte verknüpft sind. Zwei bekannte Beispiele, Humpty Dumpty und Der Muffin-Mann, spiegeln Aspekte des Londons des 19. Jahrhunderts wider. Doch ihre Bedeutungen bleiben umstritten – die Theorien reichen von königlichen Todesfällen über Straßenverkaufskultur bis hin zu Internetmythen über Verbrechen.
Der Reim Der Muffin-Mann tauchte erstmals um 1820 in Druck auf. Wahrscheinlich bezieht er sich auf Straßenhändler, die damals in London Muffins verkauften. Dabei handelte es sich nicht um die süßen, kuchenartigen Muffins, wie wir sie heute kennen, sondern um flache, hefehaltige Brote – ähnlich den heutigen English Muffins. Einige Online-Theorien behaupten, der Muffin-Mann sei ein Serienmörder gewesen, doch dafür gibt es keinerlei Belege.
Die Herkunft von Humpty Dumpty ist weniger klar. Frühere Versionen des Reims erwähnen kein Ei, und Historiker haben verschiedene Deutungen vorgeschlagen. Manche bringen ihn mit dem Tod von König Richard III. in Verbindung, andere argumentieren, er beschreibe öffentliche Trunksucht. Die wahre Bedeutung der Figur bleibt ungewiss und trägt so zum anhaltenden Rätsel des Reims bei.
Beide Reime bieten Einblicke in die Vergangenheit – sei es durch Londons Lebensmittelhandel oder ungelöste historische Debatten. Während Der Muffin-Mann mit dem Alltagsleben des 19. Jahrhunderts verbunden ist, regt Humpty Dumpty weiterhin zu Spekulationen an. Keiner der beiden lässt sich jedoch eindeutig mit den düsteren Theorien in Verbindung bringen, die gelegentlich um sie ranken.






