Wenn selbst Kakteen und Mücken unsere Meinungen bewerten wollen
Überall wird Meinungskundgetan – und ein Ende ist nicht in Sicht. Ob in Talkshows oder Online-Foren: Menschen teilen unablässig ihre Ansichten zu jedem erdenklichen Thema. Der Autor erlebte kürzlich eine Woche, in der ihm zu den unterschiedlichsten Themen – von globalen Konflikten bis hin zu veganen Torwarthandschuhen – besonders vehemente Standpunkte begegneten.
Innerhalb von nur sieben Tagen prasselten auf ihn Meinungen zum Nahostkonflikt, zu Windrädern und sogar zur Frage ein, ob Katzen Wahlrecht erhalten sollten. Selbst leichtere Debatten – etwa über Ananas auf Pizza oder den Nutzen achtsamen Atmens – fanden ihren Weg in seinen Kopf. Letzteres betrachtet der Autor nach wie vor mit Skepsis.
Daraufhin stellte er sich eine Welt vor, in der die Natur selbst beginnt, den Menschen zu bewerten. In diesem Szenario urteilen Schlafzimmer-Kakteen, Mücken und Sonnenblumen über sein Handeln. Sogar das Mittelmeer beginnt, Urlauber nach ihrem Verhalten zu sortieren.
Es gibt die Vorstellung, dass Menschen die Natur aufsuchen, um dem ständigen Bewertetwerden zu entfliehen. Doch der Autor scherzt, bald könnte selbst die Natur zu viele Meinungen haben. Er schlägt vor, jede Person auf drei Meinungen pro Tag zu beschränken – zusätzliche Ansichten müssten von einem Rebhuhn genehmigt werden.
Die Welt wird nie an Meinungen verarmen. Immer seltener werden Gedanken für sich behalten. Mit seinem humorvollen Vorschlag unterstreicht der Autor, wie überwältigend der ständige Strom an Standpunkten sein kann.
