Weihnachtsgeld 2024: Zwischen 255 Euro und 130 Prozent Monatsgehalt – wer profitiert wirklich?
Michaele LindnerWeihnachtsgeld für alle - breite Spanne - Weihnachtsgeld 2024: Zwischen 255 Euro und 130 Prozent Monatsgehalt – wer profitiert wirklich?
Weihnachtsgeld in Deutschland variiert stark je nach Branche – während einige Sektoren üppige Zusatzzahlungen leisten, bleiben andere weit dahinter zurück. In Nordrhein-Westfalen reicht die Spanne von nur 255 Euro in der Landwirtschaft bis zu einem vollen Monatsgehalt plus 30 Prozent in der chemischen Industrie. Doch nicht alle Arbeitnehmer profitieren: Nur die Hälfte der Beschäftigten bundesweit erhielt 2024 eine solche Sonderzahlung.
Die chemische Industrie führt mit dem höchsten Weihnachtsgeld – hier gibt es 130 Prozent eines Monatsgehalts. Auch andere Branchen zahlen großzügig, darunter ein volles 13. Monatsgehalt in der Energiewirtschaft, der Süßwarenindustrie, bei der Deutschen Bahn, im Bankensektor und im privaten Transportgewerbe. Am unteren Ende der Skala steht die Landwirtschaft mit lediglich 255 Euro.
Tarifverträge spielen eine entscheidende Rolle bei der Sicherung dieser Zahlungen. Nordrhein-Westfalen verzeichnet eine Tarifbindung von 55 Prozent – höher als der Bundesschnitt von 49 Prozent. Allerdings ist dieser Wert seit 2018 rückläufig (damals: 60 Prozent). Ohne Tarifverträge erhalten deutlich weniger Beschäftigte Weihnachtsgeld, da es keine gesetzliche Verpflichtung für Unternehmen gibt, solche Leistungen zu gewähren.
Bundesweit bekamen 2024 nur 52 Prozent der Arbeitnehmer ein Weihnachtsgeld – die Chancen steigen jedoch deutlich, wenn ein Tarifvertrag gilt. Die Kluft zwischen den Branchen bleibt eklatant: Manche Beschäftigte erhalten mehr als ein zusätzliches Monatsgehalt, andere nur minimale Beträge. Mit sinkender Tarifbindung dürften künftig noch weniger Arbeitnehmer mit solchen Zuwendungen rechnen. Die Daten zeigen, wie stark Branchenzugehörigkeit und Verhandlungsmacht die Höhe der Jahresendprämien beeinflussen.






