04 April 2026, 18:24

Vater und Sohn retten Duschwasser-Wärme – doch Deutschland bremst sie aus

Solarwassererwärmer auf dem Dach eines Gebäudes mit einem Speicherbehälter oben, Bäume im Hintergrund.

Vater und Sohn retten Duschwasser-Wärme – doch Deutschland bremst sie aus

Ein deutsches Vater-Sohn-Duo hat ein Start-up gegründet, das Wärme aus Duschwasser zurückgewinnt – eine in Europa weit verbreitete, in Deutschland jedoch kaum genutzte Methode. Steffen Nittbaur, ehemaliger Mercedes-Benz-Ingenieur, gründete gemeinsam mit seinem Sohn Valentin das Unternehmen Unocconi, um diese energiefreundliche Technologie auf dem deutschen Markt zu etablieren. Trotz ihrer Effizienz hemmen regulatorische Hürden hierzulande die Verbreitung des Systems.

Steffen Nittbaur, 60, arbeitete 25 Jahre lang bei Mercedes-Benz, bevor er sich mit Unocconi GmbH in Filderstadt selbstständig machte. Sein Sohn Valentin, 24, bringt einen doppelten Abschluss in Betriebswirtschaft mit und stieg ebenfalls in das Familienunternehmen ein. Das Start-up spezialisiert sich auf die dezentrale Wärmerückgewinnung aus Abwasser von Duschen – eine Technik, die Wissenschaftler für alle Neubauten und Sanierungen empfehlen.

Diese Methode zählt zu den effektivsten Möglichkeiten, Energie in Gebäuden einzusparen. In den Niederlanden, Deutschlands Nachbarland, sowie in der Schweiz hat sie sich dank staatlicher Förderungen und strenger Energierichtlinien längst durchgesetzt. In Deutschland jedoch bremst das Fehlen einer Trinkwasserzertifizierung die Einführung aus.

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Nittbaur, gelernter Industrieingenieur, erwarb später im Fernstudium einen Master in Umweltwissenschaften. Angesichts steigender Energiekosten wächst nun das Interesse an der Technologie, die die Wärme aus dem Abwasser nutzt, bevor es abfließt. Während das Verfahren im Ausland etabliert ist, schränken deutsche Vorschriften seine Anwendung weiterhin ein.

Unocconi setzt sich dafür ein, die Akzeptanz für Duschwasser-Wärmerückgewinnung in Deutschland zu erhöhen. Das System könnte helfen, Energieverschwendung in Haushalten zu reduzieren – doch seine Zukunft hängt davon ab, die Zertifizierungshürden zu überwinden. Bis dahin konzentriert sich das Start-up darauf, den Nutzen der Technologie in einem noch zögerlichen Markt unter Beweis zu stellen.

Quelle