Streit um Telemedizin-Kabine stoppt Wiedereröffnung der Winterberger Apotheke
Michaele LindnerStreit um Telemedizin-Kabine stoppt Wiedereröffnung der Winterberger Apotheke
Die Apothekerkammer der Region hat die Aufstellung einer Telemedizin-Kabine des Anbieters Medivise in der Franziskus-Apotheke in Winterberg gestoppt. Die Entscheidung fiel nur einen Tag vor der feierlichen Wiedereröffnung der Apotheke. Apothekeninhaber Jürgen Schäfer hatte die Kabine bereits für 60.000 Euro erworben; die Installation war für den 18. Dezember geplant.
Die Apothekerkammer begründet ihr Veto damit, dass die Platzierung einer Arztkabine im öffentlich zugänglichen Bereich der Apotheke gegen gesetzliche Vorschriften verstoße. Man befürchte, dies könnte zu unzulässigen Patientenzuweisungen führen.
Jürgen Schäfer widerspricht dieser Auffassung. Seine Recherchen zeigen, dass § 129 Absatz 5h des Sozialgesetzbuches Telemedizin-Beratungen in Apotheken ausdrücklich erlaube. Zudem sieht er praktische Vorteile, etwa bei der Verwaltung von Folgeverordnungen oder der Vermeidung unnötiger Notaufnahme-Besuche.
Auch Vertreter von Medivise teilen Schäfers Einschätzung. Das Unternehmen geht von keiner rechtlichen Hürde aus und arbeitet mit der Apotheke an einer Lösung. Schäfer hat bereits Widerspruch eingelegt und steht in Verhandlungen mit Medivise, um eine Klärung herbeizuführen.
Der Streit eskaliert zu einem Zeitpunkt, an dem Schäfer die Apotheke an seine angestellte Apothekerin Jasmin Ennulath übergeben will. Sie wurde kurz vor der Wiedereröffnung über das Verbot und die Begründung der Kammer informiert.
Vorerst bleibt die Kabine ungenutzt. Über ihr weiteres Schicksal entscheidet nun Schäfers Widerspruch sowie die laufenden Gespräche mit Medivise. Der Apothekenbetrieb läuft derweil weiter, während die rechtlichen und praktischen Fragen geklärt werden.






