23 May 2026, 08:23

"Schwarzbuch" enthüllt: Millionenverschwendung bei öffentlichen Projekten in NRW

Bundesverband der Steuerzahler: Das sind die Steuerverschwendungsfälle in NRW

"Schwarzbuch" enthüllt: Millionenverschwendung bei öffentlichen Projekten in NRW

Der Bund der Steuerzahler (BdSt) hat sein aktuelles „Schwarzbuch“ veröffentlicht und darin Fälle öffentlicher Ausgaben aufgelistet, die er als verschwendet ansieht. Zu den Beispielen zählen der Neubau einer Sporthallenwand in Bochum, ein ungenutztes Herrenhaus in Köln und ein Spielplatzzaun in Bonn, den Anwohner nun entfernen lassen wollen. Der Bericht stellt infrage, wie Steuergelder von kommunalen und Bundesbehörden eingesetzt werden.

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Einer der eklatantesten Fälle betrifft eine ehemalige Abfüllhalle in Siegburg. Die Umwandlung in eine Veranstaltungshalle sollte 2016 ursprünglich 28 Millionen Euro kosten – mittlerweile sind daraus 156,5 Millionen geworden. Gleichzeitig besitzt die Stadt zwei Eisenbahnwaggons, die für ein Jugendförderprojekt angeschafft wurden, aber ungenutzt bleiben – ohne dass es eine Erklärung für ihre Aufgabe gibt.

In Köln steht das Herrenhaus Thurner Hof seit über zwei Jahrzehnten leer, obwohl es aufwendig saniert wurde. Barriereprobleme und fehlende Nutzungskonzepte haben das Gebäude zu einem ungenutzten Relikt werden lassen. Nicht weit entfernt, in Bonn, soll ein 2023 für 1.000 Euro errichteter Spielplatzzaun – eigentlich aus Sicherheitsgründen gebaut – nun auf Wunsch der Anwohner wieder abgerissen werden. Die Stadt plant stattdessen eine „Treppenstufen“-Anlage, was weitere 5.000 Euro kosten wird.

Auch Bochum taucht im Bericht auf: Hier wurde 2024 für 48.000 Euro eine Sporthallenwand neu erbaut, um optische Beeinträchtigungen durch eine beschädigte Prallwandverkleidung zu beheben. Der BdSt kritisiert, dass solche Ausgaben die Frage aufwerfen, welche Prioritäten gesetzt werden, wenn es um öffentliche Mittel geht.

Die Erkenntnisse des BdSt zeigen, wie öffentliche Projekte kostentechnisch eskalieren oder jahrelang ungenutzt bleiben können. Da Steuergelder diese Vorhaben finanzieren, fordert der Verband mehr Transparenz und Verantwortung ein. Die kommunalen Behörden stehen nun unter Druck, ihre Ausgabenentscheidungen zu rechtfertigen oder ungenutzte Ressourcen neu zu bewerten.

Quelle