Rossinis vergessene Opera buffa feiert ein spektakuläres Bühnen-Comeback mit Akrobatik und Feuerwerk
Michaele LindnerRossinis vergessene Opera buffa feiert ein spektakuläres Bühnen-Comeback mit Akrobatik und Feuerwerk
Eine selten aufgeführte Opera buffa aus dem Jahr 1825 feiert mit einer glanzvollen Neuinszenierung ein triumphales Comeback. Gioachino Rossinis Werk, ursprünglich für die Krönung von König Karl X. komponiert, erzählt von Gästen aus der High Society in einem französischen Provinzhotel. Die Aufführung vereint gesangliche Brillanz mit akrobatischen Einlagen und sogar pyrotechnischen Effekten auf der Bühne.
Die Handlung spielt im Hotel Zum Goldenen Lilie, wo 14 Sänger europäische Aristokraten verkörpern. Jede Rolle erfordert nicht nur stimmliche Meisterschaft, sondern auch körperliche Ausdauer, denn das Ensemble meistert mit Präzision atemberaubende akrobatische Kunststücke. An einer Stelle werden Pistolen abgefeuert, eine Harfe über die Bühne getragen und später in Brand gesteckt – alles Teil des opulenten Bühnenspektakels.
Gianluca Capuano dirigiert Les Musiciens du Prince-Monaco, die Rossinis Partitur auf historischen Instrumenten zum Klingen bringen. Die Musik entfaltet ihre größte Strahlkraft in den Arien, insbesondere wenn Cecilia Bartoli mit ihrer kristallklaren Stimme als Corinna ein funkelndes Feuerwerk an Koloraturen zündet. Marina Viotti zieht als Gräfin Melibea alle Blicke auf sich, während Mélissa Petit als Gräfin di Folleville mit sicherer Koloraturtechnik beeindruckt.
Zu den herausragenden Darbietungen zählt Tara Erraught, die als Madame Cortese mit Jodelgesang begeistert. Edgardo Rocha entfaltet als Belfiore einen lyrischen Tenor von schwebender Leichtigkeit, und Dmitry Korchak erreicht als Graf Libenskof atemberaubende stimmliche Höhen. Jeder Sänger meistert die anspruchsvollen Partien mit einer Mischung aus Humor, Agilität und virtuoser Musikalität.
Diese Wiederentdeckung bringt Rossinis energiegeladenes, doch selten gehörtes Werk zurück ins Rampenlicht. Die Verbindung von Gesangskunst, körperlichem Wagemut und dramatischen Effekten schafft ein Spektakel, das dem spielerischen Geist der Oper treu bleibt. Das Publikum erhält die seltene Gelegenheit, ein Stück zu erleben, das einst für den königlichen Hof geschaffen wurde.






