Renault revolutioniert seine Lieferkette: Batterien werden zu wertvollen Vermögenswerten
Michaele LindnerRenault revolutioniert seine Lieferkette: Batterien werden zu wertvollen Vermögenswerten
Renault Gruppe gestaltet seine Lieferkette um und behandelt Elektroauto-Batterien als wertvolle Vermögenswerte statt als Wegwerfartikel. Der Schritt erfolgt im Zuge der Einführung eines Batterie-Wechselsystems, das Stillstandzeiten verkürzen und die Effizienz steigern soll. Israfil Beker, bei Renault verantwortlich für die Aftersales-Lieferkette im Bereich Elektrofahrzeuge, erläuterte die Strategie kürzlich in einem Interview mit Automotive Logistics.
Batterien machen mittlerweile bis zu 30 Prozent des Gesamtwerts eines Fahrzeugs aus. Ihre Einstufung als Gefahrgut sowie strenge, selbst innerhalb eines Landes wie Deutschland oft uneinheitliche Vorschriften erschweren Handhabung und Transport. Um diese Herausforderungen zu meistern, hat Renault eine kreislauforientierte Lieferkette aufgebaut, in der jeder Partner gleichzeitig Zulieferer und Kunde ist.
Das System basiert auf Echtzeit-Datentransparenz, doch die Umsetzung über ein so großes Netzwerk bleibt komplex. Renaults Ansatz umfasst mehrere Materialströme, die Händler, Werkstätten, Lager und Recyclingbetriebe in einem geschlossenen Kreislauf verbinden.
Seit 2023 unterstützt die Deutsche Post DHL Group Renaults Batterie-Tauschprogramm (AMPERITY) in Deutschland und übernimmt Transport sowie Lagerung der austauschbaren Einheiten. Ab 2025 wird Renault zudem mit Umicore zusammenarbeiten, einem führenden Recyclingunternehmen mit Standorten in Hanau, um ausgediente Batterien aufzubereiten und zu recyceln. Diese Partnerschaft stärkt das Vorhaben des Konzerns, eine vollständig kreislauffähige Wirtschaft für Elektrofahrzeug-Komponenten zu etablieren.
Renaults Strategie verwandelt Batterien in langfristige Vermögenswerte, reduziert Abfall und beschleunigt betriebliche Abläufe. Die Kooperation mit DHL und Umicore sorgt dafür, dass Logistik und Recycling den regulatorischen Anforderungen entsprechen. Ziel ist ein nahtloses, nachhaltiges System, das Fahrzeuge auf der Straße hält – bei gleichzeitig sinkenden Kosten und geringerer Umweltbelastung.






