Rechtsextreme Demonstration in Münster an Heiligabend plötzlich abgesagt
Evi HeuserRechtsextreme Demonstration in Münster an Heiligabend plötzlich abgesagt
Eine geplante rechtsextreme Demonstration in Münster an Heiligabend wurde abgesagt. Die Veranstaltung stand im Zusammenhang mit einem anhaltenden Streit um das Grab eines verstorbenen Neonazis in Dortmund. Unterdessen bleibt eine Gegenkundgebung des Bündnisses „Kein Meter den Nazis“ für denselben Tag wie geplant bestehen.
Der Konflikt begann mit der Weigerung der Stadt Dortmund, ein namentlich gekennzeichnetes Grab für Siegfried „SS-Siggi“ Borchardt, einen verstorbenen Neonazi, zuzulassen. Die Behörden befürchteten, die Grabstätte könnte zu einem Wallfahrtsort für rechtsextreme Gruppen werden.
Rechtsextremisten hatten als Reaktion darauf eine Kundgebung in Münster für Heiligabend angemeldet, diese Anmeldung jedoch später zurückgenommen. Das Bündnis „Kein Meter den Nazis“ begrüßte diese Entscheidung, bestätigte aber, dass die eigene Gegenveranstaltung wie geplant stattfinden werde.
Bereits in diesem Jahr hatten sich Neonazis und rechtsextreme Aktivisten aus Dortmund dreimal vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster versammelt. Diese Proteste waren Teil ihrer Kampagne gegen die Haltung der Stadt zum Begräbnis Borchardts.
Die Absage der rechtsextremen Demonstration entspannt zwar die Lage, doch die Gegenkundgebung wird trotzdem durchgeführt. Dortmunds Entscheidung, ein benanntes Grab für Borchardt zu verweigern, zielt darauf ab, zu verhindern, dass die Stelle zu einem Treffpunkt für Extremisten wird. Der Streit ist jedoch noch nicht gerichtlich geklärt.






