Rébecca Chaillons provokante Performance Die Parabel des Frusts feiert Uraufführung
Michaele LindnerRébecca Chaillons provokante Performance Die Parabel des Frusts feiert Uraufführung
Rébecca Chaillon hat ihre neueste Performance Die Parabel des Frusts bei den Wiener Festwochen im Odeon uraufgeführt. Das Werk lässt sich von Octavia Butlers Roman Die Parabel der Säerin inspirieren und setzt sich mit den Themen Religion, Glaube und Körperbild auseinander. Chaillon, eine prägende Stimme in der französischen Kulturszene, ist für ihre Auseinandersetzungen mit Diskriminierung und Identität bekannt.
Die Performance beginnt damit, dass Julie Teuf dem Publikum Butter verteilt. Sie lädt die Zuschauer ein, diese zu kosten und an einer Verlosung teilzunehmen, bei der es Lebensmittel im Wert von einem Zehntel des Körpergewichts des Teilnehmers zu gewinnen gibt – ein direkter Bezug zu Maß und Gewicht.
Sieben Schauspieler betreten die Bühne, um sich für ihre Körper zu entschuldigen, die sie als aufrührerisch beschreiben. Sie gestehen verschiedene Taten im Zusammenhang mit ihrem Körperbild, die die Kämpfe von Menschen widerspiegeln, die sich als dick identifizieren, darunter Erfahrungen von körperlicher Gewalt und körperlichem Leid.
Eine groteske und absurde Szene entfaltet sich, als sich die Darsteller gegenseitig mit Gelee einreiben und über den Boden rollen. Der Titel Die Parabel des Frusts spielt mit mehreren Bedeutungen im Französischen: Er verweist sowohl auf eine „Parabel“ als auch auf eine „Satellitenschüssel“, während „seum“ – ein Slangausdruck – Wut und Frustration evoziert.
Den Abschluss bildet eine Szene, in der die Schauspieler in goldener Unterwäsche Bodybuilder-Posen einnehmen. Damit wird die Idee vom „größten Verlierer“ zum „größten Poser“ umgedeutet.
Das Stück stellt mit seinen kühnen und provokanten Szenen Vorstellungen von Körperform und Gewicht infrage. Es hinterlässt beim Publikum ein eindringliches, sowohl visuelles als auch konzeptuelles Nachdenken über Identität und gesellschaftliche Normen.






