25 June 2026, 04:17

RAW-Gelände in Berlin: Räumung droht – Kultur vs. Wohnungsbau im Machtkampf

Protest auf dem Ku'damm für den Erhalt der RAW-Gelände

RAW-Gelände in Berlin: Räumung droht – Kultur vs. Wohnungsbau im Machtkampf

Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes steht auf dem Spiel, während die Spannungen zwischen dem Eigentümer, dem Senat und dem Bezirk eskalieren. Der historische Ort, einst ein Reichsbahn-Ausbesserungswerk, beherbergt heute ein lebendiges Mischung aus Clubs, Bars, Ateliers und kulturellen Räumen. Nun gibt es Proteste gegen Pläne, einige Mieter – darunter den Club Cassiopeia – bereits ab nächster Woche zu räumen.

Das RAW-Gelände blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück: Es diente einst als Eisenbahn-Instandhaltungswerk, bevor es nach dem Fall der Berliner Mauer in Vergessenheit geriet. Heute beheimaten die teils verfallenen Gebäude Dutzende Locations – von Konzertsälen und einem Biergarten über einen Skatepark, eine Boulderhalle bis hin zu saisonalen Märkten. Trotz seiner kulturellen Bedeutung drängt die Kurth-Gruppe, die das Gelände besitzt, auf eine schnellere Wohnbebauung.

Bereits im Januar forderte die Gruppe eine beschleunigte Baugenehmigung für den Bau von Wohnungen. Streitpunkt ist, wie viele neue Wohnungen entstehen sollen und welche historischen Hallen erhalten bleiben. Mitte Mai legten Senat und Bezirk einen Rahmenvertrag vor, doch die Kurth-Gruppe lehnte ihn ab.

Erst kürzlich versammelten sich Demonstranten unter dem Motto „RAW für alle – Cassiopeia & Co. müssen bleiben“ am Kurfürstendamm. Benjamin Kiepurning, Mitarbeiter des Club Cassiopeia, rief die Kurth-Gruppe auf, die Verhandlungen wieder aufzunehmen. Während einige Mieter neue Verträge angeboten bekamen, drohen anderen kurzfristige Kündigungen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der Club Cassiopeia könnte bereits in wenigen Tagen geräumt werden, und weitere Locations stehen vor dem Aus. Das RAW-Gelände bleibt ein kultureller Hotspot – doch sein Fortbestand hängt davon ab, ob der Konflikt zwischen Denkmalschutz und Neubau gelöst werden kann. Die Entscheidung wird zeigen, ob dieses vielseitige Ensemble an Orten auch künftig gedeihen kann.

Quelle