07 June 2026, 22:18

PPWR 2030: Warum viele Unternehmen bei der EU-Verpackungsverordnung scheitern

Die Bedeutung der EU-Verpackungsvorschrift PPWR wird unterschätzt

PPWR 2030: Warum viele Unternehmen bei der EU-Verpackungsverordnung scheitern

Eine neue Umfrage zeigt: Viele Unternehmen tun sich schwer damit, sich auf die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) vorzubereiten. Die von dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, der Logistikbude und der Stiftung Initiative Mehrweg durchgeführte Studie offenbart eine deutliche Kluft zwischen Selbstwahrnehmung und Realität. Zwar glauben fast die Hälfte der befragten Firmen, gut vorbereitet zu sein – doch nur jedes zehnte Unternehmen erfüllt tatsächlich die grundlegenden Anforderungen für die Einhaltung der Vorschriften.

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Ab 2030 wird die PPWR rechtlich verbindlich und betrifft Hersteller, Händler sowie Logistikdienstleister. Ihre Einführung bringt tiefgreifende Veränderungen in puncto Transparenz, Wiederverwendung und Rückverfolgbarkeit entlang der Lieferketten mit sich. Doch auf dem Weg dorthin sehen sich die Unternehmen mit zahlreichen Hürden konfrontiert.

Als größte Herausforderungen nennen die Befragten Zeitmangel, Zweifel an der Umsetzbarkeit sowie Bedenken hinsichtlich der Kosten. Über 70 Prozent der Unternehmen fordern klarere und praxisnähere Leitlinien für die Umsetzung der neuen Regeln. Die Studie zeigt zudem einen eklatanten Unterschied im Umsetzungsstand: Betriebe mit fundierten Kenntnissen der Verordnung erreichen eine durchschnittliche Implementierungsquote von 59 Prozent, während Unternehmen mit geringem Wissen mit nur 36 Prozent deutlich zurückliegen.

Neben internen Hindernissen müssen die Firmen auch operative Probleme lösen. Die Einbindung von Geschäftspartnern und die Verbesserung der Datenqualität zählen zu den zentralen Aufgaben – bieten aber zugleich Chancen für mehr Effizienz und Innovation. Experten raten, jetzt die Weichen zu stellen: Saubere Datenbestände und klar definierte Verantwortlichkeiten seien essenziell, um die Vorgaben zu erfüllen.

Die Ergebnisse unterstreichen den dringenden Bedarf an besserer Unterstützung und verständlicheren Anleitungen angesichts der nahenden Frist 2030. Da bisher nur ein Bruchteil der Unternehmen die grundlegenden PPWR-Anforderungen erfüllt, werden die kommenden Jahre für die Vorbereitung entscheidend sein. Wie stark die Verordnung die Lieferketten beeinflussen wird, hängt maßgeblich davon ab, wie gut sich die Wirtschaft an die neuen Transparenz- und Wiederverwendungspflichten anpasst.

Quelle