NRW plant Wasserstoff-Importstrategie bis 2045 – Pipelines und Schiffe im Fokus
Michaele LindnerNRW plant Wasserstoff-Importstrategie bis 2045 – Pipelines und Schiffe im Fokus
Nordrhein-Westfalen steht vor einem starken Anstieg der Nachfrage nach klimaneutralem Wasserstoff bis 2045. Die Region wird diesen Bedarf nicht allein durch lokale Produktion decken können und plant daher großangelegte Importe. Eine neue Studie der Initiative IN4climate.NRW skizziert die notwendigen Transportwege und Strategien für diese Einfuhren.
Die Untersuchung zeigt, dass die Wasserstoffnachfrage in der energieintensiven Grundstoffindustrie, im Mittelstand sowie im Energiesektor deutlich steigen wird. Um dies zu bewältigen, muss das Land auf ein gemischtes Importmodell setzen.
Als effizienteste Lösung gelten Pipelines für gasförmigen Wasserstoff, da sie zusätzliche Umwandlungsschritte vermeiden und große Mengen kostengünstig transportieren können. Mögliche Routen führen unter anderem aus den Niederlanden, der Iberischen Halbinsel oder Skandinavien nach Nordrhein-Westfalen.
Für schiffsbasierte Importe sollen die wichtigsten Seehäfen des Landes bis 2030 die nötige Infrastruktur aufbauen. Diese könnten Lieferungen aus entfernteren Regionen wie Brasilien abwickeln. Kurzfristig könnte importiertes grünes Ammoniak graues Ammoniak in bestehenden Anwendungen ersetzen. Langfristig ließe es sich direkt als Brennstoff nutzen oder zurück in Wasserstoff umwandeln.
Laut Bericht werden sich die Kosten der verschiedenen Importwege langfristig angleichen. Mit der Marktreife und sinkenden Investitionskosten sollten die Gesamtausgaben vergleichbar werden. Empfohlen wird eine diversifizierte Importstrategie, die Pipelines und Schiffslieferungen kombiniert, um Abhängigkeiten zu verringern.
Das vorgestellte Konzept zielt darauf ab, die Wasserstoffversorgung für Industrie und Energiewirtschaft in Nordrhein-Westfalen langfristig zu sichern. Bis 2045 soll die Region auf eine ausgewogene Mischung aus Pipeline- und Schiffsimporten setzen, um ihren Bedarf zu decken. Die Strategie garantiert Flexibilität und minimiert Risiken, die mit einzelnen Bezugsquellen oder Transportmethoden verbunden sind.
