30 June 2026, 12:19

NRW kündigt Porr-Vertrag: Rheinbrücke Leverkusen steckt in Milliarden-Streit

Schwach verteidigte Vertragsauflösung Rheinbrücke

NRW kündigt Porr-Vertrag: Rheinbrücke Leverkusen steckt in Milliarden-Streit

Nordrhein-Westfalen hat den Vertrag mit dem Bauunternehmen Porr für die neue Rheinbrücke in Leverkusen gekündigt. Ministerpräsident Hendrik Wüst begründete den Schritt mit systematischen Mängeln und schwerwiegenden Fehlern in den Stahlkomponenten. Die Entscheidung hat einen großen Rechtsstreit zwischen dem Land und dem Unternehmen ausgelöst.

Das Projekt der neuen Leverkusener Rheinbrücke umfasst zwei parallele Brücken. Die erste ist bereits in Betrieb, während die zweite noch im Bau ist – aktuell laufen die Montagearbeiten an den Stahlteilen. Die Installation der Pylone für die zweite Brücke soll im September 2026 beginnen; die Fertigstellung des gesamten Projekts ist für Mitte 2028 geplant.

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Die Bundesregierung fordert nun von Porr Schadensersatz in Höhe von über 350 Millionen Euro. Das Unternehmen hat daraufhin eine Gegenklage über mehr als 200 Millionen Euro eingereicht, in der es um bereits erbrachte Leistungen und entgangene Aufträge aufgrund der Vertragskündigung geht. Der Rechtsstreit wird derzeit vor dem Landgericht Köln verhandelt, wobei die insgesamt strittige Summe – inklusive Zinsen – auf bis zu eine Milliarde Euro anwachsen könnte.

Verkehrsminister Oliver Krischer betonte, das Land erwarte selbst im Falle einer Niederlage vor Gericht keine negativen Folgen. Wüst verteidigte die Entscheidung und verwies auf die strukturellen Probleme, die zur Vertragsbeendigung geführt hätten.

Der Konflikt bleibt vorerst ungelöst, während beide Seiten ihre Argumente vor Gericht vortragen. Trotz der rechtlichen Unsicherheiten gehen die Bauarbeiten an der zweiten Brücke weiter. Die endgültigen Projektkosten und der Ausgang des Verfahrens hängen nun von der Gerichtsentscheidung ab.

Quelle