10 April 2026, 22:21

NRW-Ausbildungsmarkt kämpft mit Bewerbermangel und G9-Folgen

Gruppe von Männern in blauen Hemden und gelben Helmen bei der Arbeit an einer Maschine in einer Fabrik mit sichtbaren Rohren, Fenstern und Lampen.

NRW-Ausbildungsmarkt kämpft mit Bewerbermangel und G9-Folgen

Ausbildungsmarkt in Nordrhein-Westfalen steht vor neuen Herausforderungen

Der Ausbildungsmarkt in Nordrhein-Westfalen sieht sich in diesem Jahr mit frischen Problemen konfrontiert. Zwar bleibt die Nachfrage nach Fachkräften hoch, doch immer weniger junge Menschen entscheiden sich für eine Berufsausbildung. Unternehmen setzen weiterhin auf die betriebliche Ausbildung, doch bildungspolitische Weichenstellungen und sinkende Bewerberzahlen geben Anlass zur Sorge.

Bis Ende Oktober verzeichnete die IHK Mittlerer Niederrhein 3.538 neue Ausbildungsverträge – ein Rückgang um 6,48 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. In Krefeld wurden 964 neue Verträge abgeschlossen (minus 0,52 Prozent), während Viersen mit 612 Verträgen einen deutlichen Einbruch von 11,94 Prozent hinnehmen musste.

Besonders gefragt waren Ausbildungsplätze als Kaufleute für Büromanagement, Fachkräfte für chemische Produktion, Verkäufer im Einzelhandel sowie Kaufleute im Großhandel. Trotz des Rückgangs betonte Hasan Klauser, Leiter der Agentur für Arbeit Krefeld, dass der Markt weiterhin bewernerfreundlich bleibe: Es gebe mehr Ausbildungsstellen als Interessenten.

Ein zentrales Problem ist die Rückkehr Nordrhein-Westfalens zum neunjährigen Gymnasium (G9). Dadurch werden 2026 voraussichtlich keine Abiturienten auf den Arbeitsmarkt strömen. Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, warnte, dass Unternehmen, die Abiturienten für eine Ausbildung gewinnen wollen, künftig mit einem noch größeren Bewerbermangel konfrontiert sein dürften.

Als Reaktion darauf werben die Industrie- und Handelskammer (IHK), der Kreishandwerkerschaft und die Bundesagentur für Arbeit verstärkt dafür, die Berufsausbildung als attraktiven Karriereweg zu sehen.

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Der Rückgang bei den Ausbildungsverträgen unterstreicht die wachsenden Spannungen auf dem Arbeitsmarkt. Da in den kommenden Jahren weniger Abiturienten zur Verfügung stehen, könnten Unternehmen gezwungen sein, ihre Rekrutierungsstrategien anzupassen. Gleichzeitig bleibt die Ausbildung ein zentraler Baustein, um Fachkräfte von morgen auszubilden.

Quelle