Die Linke feiert kommunale Erfolge in NRW – doch der Landtag bleibt fern
Traudl GertzDie Linke feiert kommunale Erfolge in NRW – doch der Landtag bleibt fern
Die Linke in Nordrhein-Westfalen verzeichnet Zuwachs auf kommunaler Ebene – trotz Schwäche bei Landtagswahlen
In Nordrhein-Westfalen hat die Linke trotz anhaltender Probleme bei Landtagswahlen auf lokaler Ebene deutliche Zugewinne verbuchen können. Bei den Kommunalwahlen 2022 verdoppelte die Partei nahezu ihre Anzahl an Mandatsträgern und stellt nun 734 Sitze in den Räten der Region. Dennoch bleibt sie weiterhin außerhalb des Landtags, nachdem sie bei den jüngsten Landeswahlen an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert ist.
Erstmals zog die Linke 2010 in den nordrhein-westfälischen Landtag ein, verlor ihre Sitze jedoch bereits zwei Jahre später wieder. 2012 erreichte sie nur 2,5 Prozent der Stimmen und verfehlte damit die notwendige Hürde. Auch die Landtagswahlen 2017 und 2022 brachten keine Besserung: Bei der letzten Wahl kam die Partei lediglich auf 2,1 Prozent.
Kommunalwahlen zeigen ein anderes Bild 2022 erzielte die Linke im Landesdurchschnitt 5,6 Prozent – ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren. Acht ihrer Kandidaten errangen Direktmandate in Stadträten und stärkten so ihre Präsenz. Die Gesamtzahl der kommunalen Vertreter stieg von 370 im Jahr 2020 auf 734 – fast eine Verdopplung innerhalb von nur zwei Jahren.
Ehrgeizige Ziele für die Zukunft Mit Blick auf die kommenden Jahre hat sich die Partei ehrgeizige Ziele gesetzt: Die Delegierten streben an, 2027 Direktmandate bei der Landtagswahl zu gewinnen. Um wieder in den Landtag einzuziehen, will die Linke mindestens eine halbe Million Stimmen mobilisieren und sich als bedeutende politische Kraft in der Region etablieren.
Lokale Erfolge versus landesweite Schwäche Die kommunalen Erfolge der Linken stehen in krassem Gegensatz zu ihren Problemen auf Landesebene. Mit 734 Ratsmitgliedern und einer stärkeren Verankerung in den Städten konzentriert sie sich nun darauf, diesen Schwung in einen Landtags-Erfolg umzumünzen. Die Wahl 2027 wird zeigen, ob ihre Strategie, auf Direktmandate zu setzen, endlich die Fünf-Prozent-Marke überwinden kann.






