21 March 2026, 16:28

Neue Bühne Senftenberg verliert ihren Erfolgskurs nach Ris' überraschendem Abgang

Schwarzes und weißes Foto des Innenraums der Royal Albert Hall, das die Bühne, Sitzreihen, Säulen, Geländer und Text/Logo unten zeigt.

Neue Bühne Senftenberg verliert ihren Erfolgskurs nach Ris' überraschendem Abgang

Die Neue Bühne Senftenberg steht wieder im regionalen Fokus – wie zu ihren DDR-Glanzzeiten. Doch diesmal liegt der Grund für die Aufmerksamkeit in der umstrittenen Entscheidung, den Vertrag des künstlerischen Leiters Daniel Ris nicht zu verlängern. Nach fünf Jahren, in denen er das Theater zu neuer Popularität und höheren Einnahmen führte, verlässt er das Haus.

Auch das Stück Sport in der DDR des Autors Kajetan Skurski sorgt für Gesprächsstoff. Die Produktion hinterfragt die Rolle des Sports in der ehemaligen DDR und heute – eine Mischung aus Satire und kritischer Auseinandersetzung mit der militarisierten Sportkultur der Vergangenheit.

Daniel Ris übernahm 2019 die künstlerische Leitung der Neuen Bühne Senftenberg mit einem Fünfjahresvertrag. Unter seiner Führung stiegen die Zuschauerzahlen, das Programm wurde anspruchsvoller, und hochkarätige Saisoneröffnungen an historischen Orten setzten neue Akzente. Diese Veränderungen steigerten nicht nur die Eigenmittel des Theaters, sondern zogen auch ein größeres Publikum an.

Trotz dieser Erfolge wird Ris' Vertrag nicht verlängert. Die genauen Gründe bleiben unklar, doch es gibt Spekulationen: Seine deutliche politische Haltung und Konflikte mit lokalen Verantwortlichen könnten eine Rolle spielen. Manche führen seine offene Ablehnung rechtsextremer Gruppen und seinen unkonventionellen Führungsstil an. Andere vermuten strukturelle Veränderungen, etwa eine Trennung von künstlerischer und kaufmännischer Leitung, oder die angespannte Stimmung in der von der AfD dominierten Region.

Die jüngste Produktion des Theaters, Sport in der DDR, polarisiert. Während der erste Teil die Sport-Erziehung in der DDR satirisch aufarbeitet, setzt der zweite Teil reflektierender und identitätsstiftender Akzente. Besonders hervorgehoben wird die Soloperformance der Schauspielerin Catharina Struwe. Ris selbst sieht sich unterdessen mit vagen Vorwürfen konfrontiert, darunter angebliche finanzielle Unregelmäßigkeiten in Höhe von 250.000 Euro und Fragen zu seinem Führungsstil.

Ris äußert sich frustriert über seine faktische Entlassung, bleibt aber auf seine Arbeit konzentriert. Er bereitet seine vierte und letzte Spielzeit vor und lotet gleichzeitig neue Möglichkeiten außerhalb Senftenbergs aus. Offizielle Reformen oder organisatorische Änderungen im Zusammenhang mit seinem Abgang wurden von Stadt oder Landkreis bisher nicht angekündigt.

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Die Neue Bühne Senftenberg steht nun vor einem Übergang. Ris hinterlässt ein Theater, das wieder regional strahlt – doch sein Abgang wirft Fragen nach künstlerischer Freiheit und lokaler Politik auf. Ob das Haus seinen jüngsten Aufschwung halten kann, wird von der nächsten Leitung abhängen. Unterdessen regt Sport in der DDR weiterhin Debatten über Geschichte, Identität und die Rolle von Kultur in der Region an.

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