Mönchengladbach baut 758 neue Wohnungen – trotz Krise im Wohnungsmarkt
Traudl GertzMönchengladbach baut 758 neue Wohnungen – trotz Krise im Wohnungsmarkt
Mönchengladbach verzeichnet starken Anstieg beim Wohnungsbau – 758 neue Wohnungen 2025 fertiggestellt
Mönchengladbach hat beim Wohnungsbau einen deutlichen Aufschwung erlebt: 2025 wurden 758 Wohnungen fertiggestellt – fast dreimal so viele wie im Vorjahr. Damit liegt die Stadt mit einer Bauquote von 28,4 Wohnungen pro 10.000 Einwohner auf Platz drei unter den kreisfreien Städten Deutschlands. Dieser Zuwachs gelingt trotz steigender Kosten und rückläufiger Baugenehmigungen in ganz Nordrhein-Westfalen.
Der Fortschritt der Stadt folgt auf die 2023 gestartete Wohnungsbauinitiative, die rund 43 Millionen Euro Eigenkapital mobilisierte, um weitere Mittel zu akquirieren. Durch die Kombination von Krediten und Fördergeldern sicherte sich Mönchengladbach bis zum Fünffachen dieser Summe für neue Projekte. Allein 2025 bewilligte die Stadt 43,2 Millionen Euro an Wohnbauförderung für 218 Wohneinheiten – fast so viel wie im Rekordjahr 2024.
Während die Baugenehmigungen für Neubauten in Mönchengladbach 2025 um 73,6 Prozent stiegen, verzeichnete der Rest Nordrhein-Westfalens seit 2020 einen Rückgang um 27,4 Prozent. Das städtische Programm „Wohnen für alle“, geleitet von der WohnBau Mönchengladbach, setzt auf bezahlbaren und barrierefreien Wohnraum sowie auf die Aufwertung innerstädtischer Gebiete. Um den Bau zu beschleunigen, gab die Stadt 2024 das 274-Fache ihres ursprünglichen Sozialwohnungsbudgets aus – nach nur fünf Prozent im Jahr 2021.
Oberbürgermeister Felix Heinrichs führt den Erfolg auf langfristige Planung und entschlossenes Handeln zurück. Zwar stiegen die Baukosten im Land Anfang 2025 erneut um 3,2 Prozent, doch Mönchengladbachs Rate liegt 43 Prozent über dem Landesdurchschnitt. Nur Köln und Münster errichteten im vergangenen Jahr mehr Wohnungen.
In ganz Nordrhein-Westfalen hingegen gingen die Fertigstellungen 2025 auf 37.185 zurück – ein Minus von 9,4 Prozent gegenüber 2024 und der niedrigste Stand seit 14 Jahren. Gestiegene Kreditzinsen zwischen drei und vier Prozent machen die Finanzierung heute deutlich teurer als noch 2022.
Mönchengladbachs Wohnungsbauoffensive hat mit 758 neuen Wohnungen regionale Trends widerlegt. Durch gezielte Förderungen, Genehmigungen und strategische Investitionen hält die Stadt ihre Bauaktivität auf hohem Niveau. Gleichzeitig schrumpft die Gesamtleistung Nordrhein-Westfalens weiter – bedingt durch steigende Kosten und schwierigere Finanzierungsbedingungen.






