Mona Neubaur fordert schärfere Gesetze gegen Deepfake-Missbrauch nach Fall Collien Fernandes
Michaele LindnerMona Neubaur fordert schärfere Gesetze gegen Deepfake-Missbrauch nach Fall Collien Fernandes
Mona Neubaur, stellvertretende Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, hat dringende Rechtsreformen gefordert, um der wachsenden Bedrohung durch Deepfake-Missbrauch entgegenzuwirken. Bei einer kürzlichen Veranstaltung lobte sie die deutsche TV-Moderatorin Collien Fernandes dafür, dass sie öffentlich über ihr jahrelanges Martyrium mit nicht einvernehmlicher Deepfake-Pornografie gesprochen hat. Neubaur warnte, dass die aktuellen Gesetze Opfer nicht ausreichend schützen.
Fernandes' Fall legte gravierende Lücken in der deutschen Gesetzgebung offen. Trotz jahrelanger Belästigung hatte sie keine rechtlichen Möglichkeiten, sich auf Basis der bestehenden Gesetze zu Ehrverletzung oder Persönlichkeitsrechten zu wehren. Anders als in Spanien, wo die Verbreitung von Deepfakes mit ein bis zwei Jahren Haft bestraft werden kann, fehlen in Deutschland klare gesetzliche Strafen für die Erstellung oder Verbreitung sexueller Deepfakes. Justizministerin Stefanie Hubig hat inzwischen Pläne angekündigt, die Produktion und Verbreitung pornografischer Deepfakes explizit unter Strafe zu stellen.
Neubaur kritisierte das zögerliche Tempo der Gesetzgebung und betonte, dass Deepfakes längst kein Nischenproblem mehr seien. Sie bezeichnete Fernandes als "eine mutige Frau", deren Entscheidung, an die Öffentlichkeit zu gehen, anderen Opfern ein starkes Signal sende. Über die rechtlichen Änderungen hinaus schlug Neubaur die Einrichtung spezialisierter Gerichte vor, die sich sowohl mit physischer als auch digitaler sexualisierter Gewalt befassen.
Ihre Forderungen gehen noch weiter und umfassen umfassendere Reformen im Sexualstrafrecht. Neubaur argumentierte, dass digitaler Missbrauch mit derselben Härte geahndet werden müsse wie körperliche Gewalt, um Opfern gleichen rechtlichen Schutz zu garantieren.
Das aktuelle rechtliche Rahmenwerk in Deutschland lässt Opfer von Deepfake-Missbrauch mit begrenzten Möglichkeiten für Gerechtigkeit zurück. Die vorgeschlagenen Reformen zielen darauf ab, diese Vollzugslücken zu schließen und strengere Strafen einzuführen. Sollten die Änderungen umgesetzt werden, würden sie Deutschland näher an die bereits in Ländern wie Spanien geltenden strengeren Regelungen heranführen.






