07 June 2026, 20:20

Kontrollierte Sprengung markiert Kohleausstieg in Gelsenkirchen-Scholven

Uniper sprengt Kühlturm für H2-ready Power Plant in Scholven

Kontrollierte Sprengung markiert Kohleausstieg in Gelsenkirchen-Scholven

Ein Meilenstein im deutschen Kohleausstieg: Kontrollierte Sprengung des Kühlturms in Gelsenkirchen-Scholven

Am 6. September 2025 setzte Deutschland einen weiteren wichtigen Schritt beim Ausstieg aus der Kohle: Der Energiekonzern Uniper sprengte einen 120 Meter hohen Kühlturm des Kraftwerks Gelsenkirchen-Scholven mit kontrollierten Explosionen. Die Detonation markierte einen Fortschritt bei der Umwandlung des Standorts hin zu sauberer Energie und künftiger Wasserstoffnutzung.

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Für die Sprengung wurden 60 Kilogramm Sprengstoff präzise platziert, um den gezielten Einsturz des Turms zu steuern. Vertikale und richtungsweisende Schlitze sorgten dafür, dass das Bauwerk exakt an der vorgesehenen Stelle in sich zusammenfiel. Umliegende Straßen wurden vorübergehend gesperrt, und eine 300 Meter große Sicherheitszone wurde eingerichtet – eine Evakuierung von Anwohnern war jedoch nicht erforderlich.

Der Kühlturm war das jüngste Bauwerk, das im Rahmen der laufenden Abrissarbeiten von Uniper abgerissen wurde. Bereits im April 2024 hatte der Rückbau des Kohleblocks begonnen; weitere Sprengungen des Kesselhauses F und der REA-Anlage sind noch für 2025 geplant. 2026 sollen zusätzliche Gebäude folgen.

Uniper will die rund 11.000 Tonnen Betonschutt vor Ort wiederverwenden, um Bauguben aufzufüllen, statt den Abfall anderswo zu entsorgen. Auf dem freigeräumten Gelände entsteht ein neues Gaskraftwerk, das vollständig mit Wasserstoff betrieben werden soll. Die „H2-ready“-Anlage entspricht den langfristigen Zielen des Standorts: Dekarbonisierung, Energiesicherheit und die Bewahrung der industriellen Nutzung des Geländes.

Die Sprengung war ein sichtbarer Meilenstein im Wandel des Kraftwerks Scholven weg von der Kohle. Durch Recyclingmaßnahmen und den Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur wird der Standort schrittweise für eine Energieerzeugung mit geringeren Emissionen umgenutzt. In den kommenden zwei Jahren werden weitere Abrisse und Bauarbeiten folgen.

Quelle