05 April 2026, 00:59

Goldreserven: Warum Deutschlands Milliarden-Schatz im Ausland lagern – und warum das riskant wird

Eine Goldmünze mit der Aufschrift "Guardia Nazionale Brescia" auf einem grauen Hintergrund.

Goldreserven: Warum Deutschlands Milliarden-Schatz im Ausland lagern – und warum das riskant wird

Forderungen nach Rückholung der deutschen Goldreserven werden lauter

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Angesichts wachsender Bedenken hinsichtlich des Kontrahentenrisikos und sich verschärfender geopolitischer Spannungen gewinnt die Debatte um die deutschen Goldbestände erneut an Fahrt. Die immensen im Ausland gelagerten Reserven – im Wert von Milliarden – stehen vor dem Hintergrund rekordhoher Goldpreise und eines wachsenden Misstrauens gegenüber dem Finanzsystem zunehmend in der Kritik.

Seit Jahrzehnten lagert Deutschland einen Großteil seines Goldes im Ausland – ein Erbe aus den Vorsichtsmaßnahmen des Kalten Krieges. Doch da der Wert des Edelmetalls immer neue Höchststände erreicht, stellen Kritiker infrage, ob es noch sinnvoll ist, einen so großen Teil des nationalen Vermögens in fremden Tresoren zu belassen.

Die Deutsche Bundesbank verwaltet rund 3.352 Tonnen Gold. Stand Anfang 2025 lagern davon nur 1.710 Tonnen (51 Prozent) in Frankfurt, während 1.236 Tonnen (37 Prozent) bei der US-Notenbank Federal Reserve in New York und 405 Tonnen (12 Prozent) bei der Bank of England in London verbleiben. Diese Aufteilung geht auf die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg zurück, als Gold aus Sicherheitsgründen während der Spannungen des Kalten Krieges ins Ausland verbracht wurde.

Zwischen 2013 und 2017 holte die Bundesbank zwar Gold aus Paris und einen Teil aus New York zurück, doch ein großer Anteil blieb im Ausland. Die Behörde begründet dies mit der Notwendigkeit, Liquidität für internationale Tauschgeschäfte zu gewährleisten, und verweist auf die Risikostreuung. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel hat die aktuelle Praxis wiederholt verteidigt und betont, die Unabhängigkeit der Federal Reserve garantiere die Sicherheit der Bestände.

Doch die Risiken sind deutlich gestiegen. 2005 hatte das im Ausland gelagerte deutsche Gold noch einen Wert von 13,6 Milliarden Euro – heute sind es über 177 Milliarden. Durch den Preisanstieg wäre jeder Verlust, sei es durch Insolvenz, Diebstahl oder geopolitische Konflikte, heute weitaus kostspieliger. Selbst versicherte Bestände, wie etwa beim spektakulären Goldraub bei der Sparkasse in Gelsenkirchen, bergen Risiken.

Der Reiz von Gold liegt in seiner Unabhängigkeit von Kontrahentenrisiken – anders als Papiergeld handelt es sich um einen physischen Vermögenswert. Dennoch setzen viele Anleger auf goldgedeckte Wertpapiere wie Xetra-Gold oder Euwax-Gold, die im Grunde Schuldscheine der Emittenten darstellen. Damit sind sie genau den Systemrisiken ausgesetzt, die sie eigentlich vermeiden wollen.

In Deutschland kommt Gold eine tiefe kulturelle Bedeutung zu. Nach den Erfahrungen mit Hyperinflation gilt es vielen als Garant nationaler Souveränität. Noch immer hallt der Ausspruch nach, der dem Bankier J.P. Morgan aus dem Jahr 1912 zugeschrieben wird: "Gold ist Geld – alles andere ist Kredit."

Die Diskussion um die deutschen Goldreserven ist ein Spannungsfeld zwischen Tradition und modernen Risiken. Während die Bundesbank auf die Sicherheit der ausländischen Lagerstätten pocht, fordern Kritiker eine vollständige Rückverlagerung des nationalen Vermögens unter deutsche Kontrolle. Angesichts des Rekordhochs beim Goldpreis wären die finanziellen und politischen Folgen einer Störung heute ungleich schwerwiegender.

AKTUALISIERUNG

FDP leader demands urgent repatriation of German gold from New York over Trump-era risks

Marie-Agnes Strack-Zimmermann, EU defence committee chair, has called for immediate action to secure Germany's financial sovereignty. Key developments include:

  • "It is no longer acceptable to store 37% of German gold reserves in New York under Trump's unpredictable policy," she told Der Spiegel.
  • The 1,236-tonne New York stash (worth 164 billion euros) remains vulnerable to potential US claims for military costs.
  • This follows earlier successful repatriation of 374 tonnes from Paris, proving logistical feasibility.