Finanzkürzungen gefährden Antirassismus-Projekte an tausenden Schulen bundesweit
Michaele LindnerFinanzkürzungen gefährden Antirassismus-Projekte an tausenden Schulen bundesweit
Tausende Schulen in ganz Deutschland stehen vor Kürzungen bei der Finanzierung von Antirassismus- und Demokratieprojekten. Die Streichungen bedrohen langjährige Initiativen, darunter Workshops zur Extremismusprävention und zur Bekämpfung von Antisemitismus. Viele der betroffenen Programme sind in Ostdeutschland angesiedelt, wo der Einfluss rechtsextremer Kräfte in den letzten Jahren gewachsen ist.
Felix Bjerke koordiniert am Kölner Genoveva-Gymnasium das Netzwerk Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage. Rund 90 Prozent der Schüler:innen dort haben einen Migrationshintergrund. Sein Programm bietet Workshops zu Rassismus, Verschwörungstheorien und rechtsextremem Gedankengut an.
Organisationen wie 180 Grad Wende und Transaidency, die mit Bjerkes Schule zusammenarbeiten, verlieren bis Dezember ihre Bundesförderung. Von den Kürzungen betroffen sind auch mehrjährige Projekte wie das Demokratie-Festival des Kölner Jugendrats.
Über 5.000 Schulen gehören zum Netzwerk Schule ohne Rassismus – viele von ihnen sind nun in Gefahr. Ein Bündnis von Initiativen hat mit der Petition Schulen stellen sich quer reagiert und fordert Politiker:innen auf, die antidirskriminierende Bildungsarbeit zu schützen. Gleichzeitig haben sich die Debatten über die politische Neutralität von Lehrkräften verschärft, wobei die AfD demokratiefördernde Programme kritisiert.
Die Finanzkürzungen hinterlassen die Schulen in Unsicherheit über die Zukunft ihrer Antirassismusarbeit. Projekte, die sich gegen Extremismus engagieren und benachteiligte Schüler:innen unterstützen, stehen nun vor dem Aus. Die Petition soll Abgeordnete dazu drängen, die Entscheidung noch vor Jahresende rückgängig zu machen.






