Essen plant Doppelhaushalt 2027/2028 für mehr finanzielle Stabilität
Michaele LindnerEssen plant Doppelhaushalt 2027/2028 für mehr finanzielle Stabilität
Essen bereitet die Einführung eines Doppelhaushalts für die Jahre 2027/2028 vor und setzt damit ein neues Zeichen in seiner Finanzplanung. Der Entwurf wird dem Rat am 16. September 2026 zur Beratung vorgelegt. Dieser Schritt erfolgt im Rahmen der Beteiligung der Stadt am nordrhein-westfälischen Entschuldungsprogramm, das die finanzielle Belastung der Kommune verringern soll.
Die Entscheidung für einen zweijährigen Haushalt folgt Essens Teilnahme an der Landesinitiative zur Schuldenentlastung nach dem Altlasten-Entlastungsgesetz. Nordrhein-Westfalen übernimmt dabei Liquiditätskredite in Höhe von rund 610,7 Millionen Euro, was die Stadt spürbar entlastet. Allein für das Jahr 2026 rechnet Essen dadurch mit Zinseinsparungen von etwa 11,7 Millionen Euro.
Das neue Haushaltsmodell soll die Prozesse effizienter gestalten. Ein Zweijahresplan reduziert den Verwaltungsaufwand für die Stadtverwaltung und die politischen Gremien. Gleichzeitig wird die Transparenz gestärkt, indem die Berichts- und Dokumentationspflichten im kommunalen Haushaltswesen verschärft werden.
Ein weiterer Vorteil ist die größere Planungssicherheit, insbesondere bei kreditfinanzierten Investitionen im zweiten Jahr. Um die Haushaltsdisziplin zu wahren, wird Essen freiwillige Ausgaben sowie verschiebbare Verwaltungskosten prüfen. Zudem müssen alle Ausgaben über 5.000 Euro künftig im Vorfeld über das Visumverfahren der Kämmerei genehmigt werden.
Mit dem Doppelhaushalt will Essen seine finanzielle Stabilität festigen und gleichzeitig Bürokratie abbauen. Da das Land einen Großteil der Schulden übernimmt, erwartet die Stadt niedrigere Zinslasten und planbarere Einnahmen. Der Rat wird den Haushaltsentwurf Mitte September 2026 beraten.






