Bayer muss 185 Millionen Dollar wegen giftiger Monsanto-Chemikalien zahlen
Michaele LindnerBayer muss 185 Millionen Dollar wegen giftiger Monsanto-Chemikalien zahlen
Bayer zu Schadensersatz in Höhe von 185 Millionen Dollar verurteilt
Das Oberste Gericht des Bundesstaates Washington hat den Konzern Bayer zur Zahlung von 185 Millionen US-Dollar Schadensersatz verurteilt. Die Entscheidung folgt auf Klagen dreier Lehrkräfte, die nach dem Kontakt mit giftigen Chemikalien in einer Schule in Monroe, Washington, Hirnschäden erlitten. Der Fall unterstreicht die anhaltenden juristischen Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Erbe von Monsanto, das Bayer 2018 übernommen hatte.
Die Schadensersatzforderungen resultieren aus der Belastung mit polychlorierten Biphenylen (PCB), einem inzwischen verbotenen Stoff, der einst von Monsanto hergestellt wurde. Die Chemikalie, die in den USA seit 1977 verboten ist, stand in Verbindung mit gesundheitlichen Problemen an der betroffenen Schule. Die drei Klägerinnen konnten nachweisen, dass ihre Hirnschäden auf den langfristigen Kontakt mit der giftigen Substanz zurückzuführen sind.
Bayer kündigte an, weitere rechtliche Schritte zu prüfen. Das Unternehmen wirft dem Gericht vor, mit seinem Urteil gegen die US-Verfassung verstoßen zu haben, und will die Entscheidung anfechten. Unterdessen strebt Monsanto in Missouri eine Klage an, mit der ehemalige PCB-Kunden zur Übernahme der Prozesskosten in Zusammenhang mit Belastungsfällen verpflichtet werden sollen.
Bei diesem Fall handelt es sich nicht um einen Einzelfall. Acht weitere Berufungen von Betroffenen derselben Schule harren noch der Klärung, während über 200 Personen gesundheitliche Schäden durch PCB geltend machen. Bayer hatte zuvor in einem vertraulichen Vergleich die meisten Forderungen geregelt, doch der Fall Erickson sowie die anhängigen Berufungen blieben davon ausgenommen.
Die finanzielle Belastung spiegelt sich auch in der Aktienperformance von Bayer wider. Analysten raten Aktionären zu dringendem Handeln, während ein Bericht vom 30. Oktober Empfehlungen gibt, ob Anleger die Papiere des Konzerns kaufen oder verkaufen sollten.
Die 185-Millionen-Dollar-Zahlung stellt einen schweren Rückschlag für Bayer dar, das weiterhin mit den toxischen Altlasten von Monsanto kämpft. Mit weiteren anstehenden Berufungen und laufenden Rechtsstreitigkeiten steht das Unternehmen unter anhaltendem Druck durch PCB-bedingte Klagen. Die Ergebnisse dieser Verfahren könnten in den kommenden Monaten die finanzielle und rechtliche Position Bayers zusätzlich belasten.






