16 March 2026, 18:31

Abschied vom Berliner Lettering-Museum: 3.500 Neonreklamen suchen ein neues Zuhause

Ein detaillierter alter Stadtplan von Berlin, Deutschland, mit Straßen, Gebäuden und Sehenswürdigkeiten, primarily in shades of blue, green, and yellow.

Abschied vom Berliner Lettering-Museum: 3.500 Neonreklamen suchen ein neues Zuhause

Berlins Lettering-Museum schließt am Montag seine Pforten

Das Berliner Lettering-Museum, in dem rund 3.500 Neonleuchtreklamen aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgestellt sind, wird am Montag seine Türen für immer schließen. Die Entscheidung folgt auf jahrelange finanzielle Schwierigkeiten, darunter ein drastischer Rückgang der Besucherzahlen seit der Pandemie und stark gestiegene Energiekosten. Zu den bekanntesten Exponaten zählt der Dekorative Fisch, der einst vier Jahrzehnte lang ein Hochhaus am Frankfurter Tor erleuchtete.

Gegründet wurde das Museum von Barbara Dechant, die sich seit Jahren für den Erhalt von Neonleuchtbuchstaben und beleuchteter Werbung aus der DDR-Zeit und darüber hinaus einsetzt. Die Sammlung umfasst einzelne Buchstaben, komplette Schilder sowie ikonische Stücke wie den Dekorativen Fisch – ursprünglich Anfang der 1980er-Jahre für ein Plattenbaugebäude geschaffen, 1999 nachgebaut und schließlich vor dem Abriss gerettet. Der aktuelle Standort des Museums, ein S-Bahn-Bogen in der Nähe des Bahnhofs Bellevue in Mitte, bleibt noch bis Ende des Jahres geöffnet.

Nun steht das Team vor der Herausforderung, einen neuen Standort zu finden. Konkrete Pläne gibt es zwar noch nicht, doch Dechant hofft auf ein Depot, in dem die Sammlung gelagert und idealerweise ganz oder teilweise ausgestellt werden kann. Unterstützung erhält sie von einem Verein mit 120 Mitgliedern, darunter der Schriftgestalter Lucas de Groot. Nach dem letzten Öffnungswochenende wird sich Dechant mit ihrem Team darauf konzentrieren, eine Partnerinstitution zu finden, um die Arbeit des Museums fortzuführen.

Die Schließung markiert das Ende eines Kapitels für ein Museum, das ein einzigartiges Stück Stadt- und DDR-Geschichte bewahrt hat. Ohne neuen Standort oder eine Finanzierungslösung bleibt die Zukunft der 3.500 Neonobjekte – darunter des beliebten Dekorativen Fischs – ungewiss. Die Suche nach Lagerraum und einer langfristigen Bleibe wird entscheiden, ob die Sammlung erhalten und der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden kann.

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