08 April 2026, 02:19

1N Telecom: Aggressive Inkassopraktiken bringen Verbraucher in Not

Plakat mit Text und Logo, das versteckte Gebühren in Rechnungen zeigt, die Familien Hunderte von Dollar monatlich kosten können.

1N Telecom: Aggressive Inkassopraktiken bringen Verbraucher in Not

Streit um täuschende Telekom-Verträge eskaliert: 1N Telecom gerät wegen aggressiver Inkassopraktiken in die Kritik

Ein seit Langem schwelender Konflikt um irreführende Telekommunikationsverträge nimmt eine neue Wendung: Der Anbieter 1N Telecom sieht sich mit frischer Kritik wegen rücksichtsloser Forderungsbeitreibung konfrontiert. Das Unternehmen, das bereits wegen der Täuschung von Kunden in der Schusslinie steht, hat umstrittene Forderungen nun an einen externen Investor verkauft – dieser geht nun gegen ehemalige Kunden vor und verlangt Zahlungen von bis zu 500 Euro.

Auslöser des Skandals waren unaufgeforderte Werbesendungen und gefälschte Gewinnspielbenachrichtigungen, die 1N Telecom an Verbraucher verschickt hatte. Viele Empfänger glaubten irrtümlich, sie würden lediglich ihren Vertrag bei der Deutschen Telekom verlängern. Stattdessen unterschrieben sie unwissentlich einen überflüssigen Zweitanschluss für Festnetzleistungen.

2023 urteilte das Landgericht Leipzig in einem Leitfall gegen 1N Telecom: Der Richter bestätigte, dass in einem strittigen Tarifwechsel kein rechtlich wirksamer Vertrag zustande gekommen sei – ein herber Rückschlag für die Forderungen des Unternehmens. Bereits zuvor hatte der Bundesgerichtshof (BGH) die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von 1N Telecom für unwirksam erklärt, sofern sie Kunden nur über einen Internetlink in Papierform zugänglich gemacht wurden.

Trotz dieser juristischen Niederlagen setzte das Unternehmen seine Forderungspraxis fort und verlangte weiter Zahlungen von Kunden, die Verträge widerrufen oder angefochten hatten. Die Verbraucherzentrale Sachsen kritisiert nun scharf den jüngsten Schritt des Unternehmens: den Verkauf der umstrittenen Forderungen an die TPI Investment. Diese Firma geht nun mit außergerichtlichen Vergleichsangeboten gegen ehemalige Kunden vor und verlangt oft 200 Euro pro Fall. Die Verbraucherschützer bezeichnen diese Vorgehensweise als "dreist" und "rechtlich haltlos".

Viele Betroffene hatten bereits unter falschen Vorwänden Summen an 1N Telecom gezahlt. Einige wurden in dem Glauben gelassen, sie würden ihren Deutsche-Telekom-Service aufrechterhalten, während sie stattdessen für eine überflüssige Zweitleitung belastet wurden. Der anhaltende Druck durch Inkassodienstleister setzt die Verbraucher nun erneut finanziellen Forderungen aus.

Der Fall zeigt die Risiken von täuschendem Marketing und aggressiver Forderungsbeitreibung in der Telekommunikationsbranche. Da die umstrittenen Forderungen nun in den Händen von TPI Investment liegen, erhalten betroffene Kunden weiterhin Zahlungsaufforderungen. Verbraucherschützer warnen, dass die angebotenen Vergleiche keine rechtliche Grundlage hätten.

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