Zufit Simon revolutioniert mit The Fight Club das Independent-Theater in Hannover
Michaele LindnerZufit Simon revolutioniert mit The Fight Club das Independent-Theater in Hannover
Choreografin Zufit Simon eröffnet am 23. April das Best OFF Festival für Independent-Theater in Hannover. Ihr jüngstes Werk The Fight Club markiert einen kühnen Wandel hin zu Kampf und maskuliner Energie. Simon, 1980 in Israel geboren, prägt seit über zwei Jahrzehnten die deutsche Tanzszene.
Ihr erster Auftritt auf der Bühne erfolgte 2002 in Turm zu Babel der Company CobosMika in München. Bis 2024 gewann ihr eigenes Stück Radical Cheerleading – eine Auseinandersetzung mit körperlichem Protest und Widerstand – den Best OFF Festival-Preis. Doch noch im selben Jahr schloss das LOT-Theater, eine wichtige Spielstätte ihrer frühen Werke, wegen Insolvenz.
Ihre langjährige Zusammenarbeit mit Dietrich Oberländers artblau Tanzwerkstatt in Braunschweig gab ihrer Karriere entscheidende Impulse. 2016 jedoch strich das Niedersächsische Ministerium für Kunst und Kultur die konzeptionelle Förderung für ihre Projekte. Trotz Rückschlägen blieb ihr Stil unverwechselbar: Sie lehnte erzählerischen Tanz und romantische Spektakel ab, bewahrte sich dabei aber eine scharfe, ungeschönte Kante.
2025, mit 45 Jahren, erhielt Simon den Münchner Tanzpreis für ihr Lebenswerk. Nun führt The Fight Club ihren Ruf weiter, Grenzen zu sprengen – diesmal mit Fokus auf Aggression und körperliche Konfrontation. Das Stück feiert Premiere als Simons neueste Erforschung von Bewegung und Konflikt, entstanden nach Jahren künstlerischer Entwicklung: von frühen experimentellen Arbeiten bis zu anerkannten Erfolgen. Ihr Einfluss auf den unabhängigen Tanz in Deutschland bleibt stark – selbst in einer Zeit, in der Spielstätten und Fördergelder um sie herum bröckeln.






