Willichs umstrittenes Wohnprojekt Moltkedorf spaltet Anwohner und Stadtplaner
Michaele LindnerWillichs umstrittenes Wohnprojekt Moltkedorf spaltet Anwohner und Stadtplaner
Willich treibt ein großes Wohnbauprojekt voran, um den dringenden Bedarf an Wohnraum in der Stadt zu decken. Geplant ist die Bebauung eines 2,9 Hektar großen Geländes namens Moltkedorf, das derzeit als Flüchtlingsunterkunft genutzt wird und bis Ende des Jahres geschlossen werden soll. Doch der Vorschlag stößt bei Anwohnern auf heftigen Widerstand, die fordern, die Fläche solle als Grünzone erhalten bleiben.
Über 1.200 Menschen haben eine Petition gegen das Vorhaben unterzeichnet und verweisen auf Bedenken wegen des Verkehrsaufkommens, der Bebauungsdichte und des Verlusts wichtiger ökologischer Flächen.
Das Gelände Moltkedorf war ursprünglich als Freifläche und Erholungsgebiet ausgewiesen. Nun plant die Stadt dort den Bau von 200 Wohneinheiten, darunter Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften und viergeschossige Wohnblocks. Die Anlage soll in einer Hofstruktur mit Grünflächen angelegt werden, ergänzt durch Rad- und Fußwege, die die Kruse-Straße mit An Liffersmühle verbinden. Im Fokus stehen gesundes Wohnen und klimafreundliche Bauweise.
Der Zugang zum neuen Viertel soll über die Moltke-Straße erfolgen, wobei ein Einbahnstraßensystem mit Ringschluss alle Wohnbereiche erschließen wird. Um Staus zu vermeiden, sind Parkplätze, Garagen und möglicherweise eine Tiefgarage vorgesehen. Dennoch bleiben die Anwohner skeptisch und warnen vor mehr Verkehr, Lärm und Parkplatzmangel.
Kritik gibt es auch an der Dimension des Projekts, insbesondere an der Höhe der Gebäude. Viele befürchten, dass die neuen Wohnblöcke über die benachbarten Kleingartenanlagen ragen und Sicht sowie Sonnenlicht versperren. Ökologische Sorgen gelten zudem dem Verlust eines Grünstreifens an der Moltke-Straße 31–35, der derzeit Lebensraum für Tiere bietet und als natürliche Barriere wirkt.
Die Anwohner schlagen Alternativen vor, etwa die Erhaltung der Fläche als Grünzone, die Umwandlung in Sportanlagen oder die Nutzung für lokale Landwirtschaft. Ihre zentralen Bedenken betreffen Verkehrssicherheit, Luftzirkulation, Klimafolgenanpassung und die Auswirkungen auf die bestehende Nachbarschaft.
Mit den Wohnbauplänen für das Moltkedorf will die Stadt Willich die Wohnungsnot lindern. Doch das Projekt sieht sich wegen seiner ökologischen und städtebaulichen Folgen massivem Widerstand gegenüber. Mit fast 1.200 Unterschriften gegen das Vorhaben dürfte die Debatte über die Zukunft des Geländes weitergehen.






