14 March 2026, 18:25

Willichs Kita-Revolution: 440 freie Plätze bis 2029 – doch nicht alle profitieren

Ein großes abgerissenes Gebäude in einer Stadt umgeben von anderen Gebäuden, Straßenlaternen, Straßenschildern, Kraftfahrzeugen, Bäumen und einem klaren blauen Himmel.

Willichs Kita-Revolution: 440 freie Plätze bis 2029 – doch nicht alle profitieren

Willich bereitet sich auf tiefgreifende Veränderungen in seinem Betreuungssystem vor, da die Geburtenraten sinken und sich die Nachfrage verschiebt. Bis 2029 rechnet die Stadt mit einem Überschuss von 440 Kita-Plätzen – ein deutlicher Wandel nach Jahren des Mangels. Einige Einrichtungen werden geschlossen oder verlegt, während andere ihr Angebot ausbauen, um sich an die veränderten Bedürfnisse anzupassen.

Die Anpassungen folgen einem deutlichen Rückgang der Geburten, insbesondere in den nördlichen Stadtteilen wie Anrath, Neersen und Scherpenberg. Familien dort stehen nun vor Unsicherheit, da sich die lokalen Betreuungsmöglichkeiten verringern. Manche ziehen sogar in Erwägung, die Gegend vollständig zu verlassen.

Die Stadt hat bekannt gegeben, die Kita St. Irmgardis bis zum Ende des Kitajahres 2026/2027 zu schließen. Das Gebäude wird anschließend an die Villa Kunterbunt vermietet, die dort ab 2027/2028 ihren Betrieb aufnehmen wird. Vor der Schließung wird die Einrichtung modernisiert, um erweiterte Angebote wie Ganztagsbetreuung und Mittagsverpflegung einzuführen.

Die Kita Alperhof hingegen wird umziehen statt neu gebaut zu werden. Ursprüngliche Pläne für einen Neubau am bisherigen Standort wurden wegen Budgetbeschränkungen verworfen. Stattdessen wird die Einrichtung in das generationenübergreifende Projekt Reinershof verlegt, während das bestehende Gebäude abgerissen wird.

Das DRK-Brückensangebot Schatzkiste endet am 31. Juli 2026. Das von der AWO betriebene Blaue Haus in Schiefbahn erhält eine letzte Förderverlängerung bis zum 31. Juli 2027; danach wird über die Zukunft mit dem Träger entschieden. Zwei geplante städtische Neubauten wurden aus finanziellen Gründen und wegen sinkender Nachfrage gestrichen.

Eltern in den nördlichen Stadtteilen reagieren verärgert. Viele fühlen sich durch die Kürzungen ohne lokale Alternativen zurückgelassen, was die Attraktivität der Gegend für junge Familien mindert. Seit 2015 ist die Geburtenrate in diesen Vierteln von 1,8 auf 1,4 Kinder pro Frau gesunken – bedingt durch eine alternde Bevölkerung und hohe Lebenshaltungskosten. Einige Familien sind bereits in südliche Stadtteile mit besserer Betreuungsinfrastruktur umgezogen.

Stadt und Kirchenverband versprechen, den Dialog aufrechtzuerhalten und die Pläne bei Bedarf anzupassen, um das Angebot an den künftigen Bedarf anzupassen.

Bis 2029 wird sich die Betreuungslandschaft in Willich deutlich verändert haben. Einrichtungen wie St. Irmgardis oder das Blaue Haus werden geschlossen oder umgewidmet, während andere ausgebaut oder verlegt werden. Der Überschuss von 440 Plätzen spiegelt den demografischen Wandel wider, mit immer weniger Kindern.

Besonders betroffen sind die nördlichen Stadtteile, wo Familien nun mit eingeschränkten lokalen Optionen konfrontiert sind. Die Stadt betont, dass weitere Entscheidungen in Abstimmung mit den Trägern getroffen werden, wobei finanzielle und logistische Grenzen eine zentrale Rolle spielen.

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