29 April 2026, 16:36

Wie ein Kriegsring aus 1944 ein provenzalisches Hotel prägte

Alte detaillierte Karte von Provence, Frankreich, zeigt Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten mit Textanmerkungen.

Wie ein Kriegsring aus 1944 ein provenzalisches Hotel prägte

Ein kleines Hotel in der Provence trägt eine Geschichte in sich, die mit einem Ring und einer freundlichen Geste begann. Im Jahr 1944 erhielt die junge Huguette Caren von einem amerikanischen Soldaten während der Befreiung Frankreichs einen Ring. Jahrzehnte später sollte dieser Ring – und ihre Liebe zur Provence – das Erbe von Lou Calen prägen, einem Hotel, das heute unter neuer Führung wiedererstrahlt.

Der Ort bewahrt noch immer ihren Geist: von der provenzalischen Küche bis hin zur Verbindung mit dem Soldaten, der ihr einst jenen Ring schenkte.

Am Tag der Befreiung 1944 stand die zehnjährige Huguette Caren in Cotignac und erwartete wie viele andere Kinder Süßigkeiten oder Schokolade von den amerikanischen Truppen. Doch statt Naschwerk überreichte ihr ein Soldat einen Ring. Dieser Moment sollte sie ein Leben lang begleiten.

1972 kaufte sie von einer Ordensgemeinschaft das Nachbarhaus zu ihrem eigenen und verwandelte es in Lou Calen – ein Hotel und Restaurant, in dem ihre Leidenschaft für die provenzalische Küche die Küche eroberte. Fast 30 Jahre lang zog der Ort Gäste aus aller Welt an, darunter David Bowie und Mitglieder von Pink Floyd.

Ihre Verbindung zu dem amerikanischen Soldaten endete nicht in Cotignac. Später eröffnete sie ein Restaurant in Palm Springs, wo sie ihn wiedertraf. Währenddessen blühte Lou Calen auf, bis es 1999 seine Türen schloss.

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2015 erwarb der kanadische Unternehmer Graham Porter das Anwesen. Nach Jahren der Renovierung eröffnete er es 2021 mit neuen Attraktionen: einem Kunstzentrum, einer Bar, einem mit einem Michelin Grünen Stern ausgezeichneten Restaurant und modernisierten Gästezimmern. Das Ziel war es, daraus ein ganzjähriges Reiseziel zu machen.

Heute zieht Lou Calen ein internationales Publikum an, besonders Amerikaner. Sie kommen wegen des entspannten Tempos, der ländlichen Atmosphäre und des provenzalischen Charmes, den Huguette Caren einst in jedes Detail einfließen ließ. Selbst mit über 90 Jahren wirkt ihr Einfluss noch in der Küche und darüber hinaus nach.

Ihre Rezepte und Erinnerungen wurden später in "Huguette Carens Kochbuch: Historische provenzalische Küche" festgehalten und bewahren so ihr Erbe für kommende Generationen.

Lou Calen hat zwar die Besitzer gewechselt, doch seine Wurzeln bleiben lebendig. Das Hotel verbindet heute historischen Charme mit modernem Flair und lockt Besucher, die Entspannung und einen Hauch Provence suchen. Die Geschichte von Huguette Caren – vom Kriegsring bis zum blühenden Hotel – bleibt sein Herzstück.

Quelle