10 May 2026, 12:19

Warum junge Männer progressive Politik meiden – und wie die Grünen sie zurückgewinnen wollen

Ein Plakat mit der Aufschrift "Toiletten sind genderneutral" betont die Geschlechtergerechtigkeit in den Toiletteneinrichtungen.

Warum junge Männer progressive Politik meiden – und wie die Grünen sie zurückgewinnen wollen

In Deutschland entzündet sich eine zunehmend hitzige Debatte darüber, wie junge Männer für progressive Politik gewonnen werden können. Aktuelle Äußerungen des Grünen-Co-Vorsitzenden Felix Banaszak haben die Diskussion über Männlichkeit, Feminismus und die Anziehungskraft rechtsextremer Bewegungen neu befeuert. Die Thematik gewinnt an Brisanz, da Wahlanalysen eine deutliche Kluft zwischen jungen Männern und Frauen zeigen.

Vor zwanzig Jahren trug Fußballtorwart Tim Wiese noch ohne Kritik pinkfarbene Handschuhe auf dem Platz – heute hat sich der Diskurs verändert. Felix Banaszak, Co-Vorsitzender der Grünen, unternimmt seit Längerem Versuche, junge Männer zu erreichen, etwa in einem Playboy-Interview, in dem er argumentierte, dass starre Geschlechterrollen auch Männer schädigten. Offen sprach er auch über Schamgefühle angesichts männlicher Gewalt gegen Frauen und der Strukturen, die diese ermöglichen.

Banaszaks Ansatz umfasst symbolische Gesten wie die pinkfarbene Gestaltung seines Büros – eine Entscheidung, die auf Kritik stieß. Der Bundesfrauenrat der Grünen hinterfragte seine „Männerpolitik“ und bezeichnete einige Aktionen als „performative Gesten“. Sven Lehmann, Mitinitiator des 2010 veröffentlichten Manifests „Männer, gebt Macht ab! Es lohnt sich“, räumt zwar Fortschritte im Geschlechterbewusstsein ein, warnt aber, dass viele Männer Veränderungen weiterhin widerstehen. Er verweist auf den Erfolg der Reichen, diese Spannungen auszunutzen.

Die Spaltung wurde bei der letzten Bundestagswahl deutlich: Junge Männer wählten mehrheitlich die rechtsextreme AfD, während junge Frauen sich für links der Mitte positionierte Parteien entschieden. Der AfD-Politiker Maximilian Krah rief in einem Video, das bei verunsicherten jungen Männern Anklang fand, dazu auf, „auf der richtigen Seite“ zu stehen. Der Kontrast unterstreicht die Herausforderung, vor der progressive Stimmen stehen, wenn es darum geht, entfremdete Männer zu erreichen.

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Die Bemühungen der Grünen, junge Männer anzusprechen, fallen in eine Zeit, in der rechtsextreme Narrative an Zugkraft gewinnen. Banaszaks feministische Botschaften und symbolischen Akte zielen darauf ab, Männlichkeit neu zu definieren – doch Skepsis bleibt. Angesichts der Wahltrends, die eine tiefe geschlechtsspezifische Spaltung zeigen, wird die Debatte über die Rolle von Männern in der Gesellschaft voraussichtlich weitergehen.

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