20 June 2026, 02:17

Theaterfestival bricht mit 196.000 Besuchern alle Rekorde – zwischen Triumph und Kontroverse

Wiener Festwochen: Frieden kehrt in den Staat der Götter zurück

Theaterfestival bricht mit 196.000 Besuchern alle Rekorde – zwischen Triumph und Kontroverse

Theaterfestival verzeichnet fast 196.000 Besucher – neuer Rekord

Das diesjährige Theaterfestival lockte fast 196.000 Besucher:innen an und stellte damit einen neuen Besucherrekord auf. Milo Raus Republik der Götter lief fünf Wochen lang, während eine Reihe mutiger Produktionen sowohl beim Publikum als auch bei der Kritik starke Reaktionen hervorriefen.

Im Mittelpunkt der Diskussionen stand das Werk von Milo Rau. Seine Inszenierung Republik der Götter entwickelte sich zum Herzstück des Festivals. Zudem entfachte er mit der Kontroverse um die selbsternannten Propheten Peter Thiel und Braco gesellschaftspolitische Debatten. Rau selbst erklärte sein Stück gar zum „größten aller Zeiten“.

Auch andere Produktionen hinterließen bleibende Eindrücke. Thorsten Lensings Tanzende Idioten erntete breite Anerkennung. Angélica Liddells Seppuku: Die Bestattung Mishimas oder die Lust am Sterben zählte zu den unvergesslichsten Aufführungen. Brigitta Muntendorfs Der Tag davor setzte ein kraftvolles Statement gegen Gewalt.

Nicht alle Inszenierungen überzeugten. Die Adaption der Nibelungensaga durch das Kollektiv Nesterval brach unter der Kritik zusammen. Das tragische Schicksal der Sonata Nr. 2 wurde als „wie ein Abendschulvortrag“ wirkend abgetan. Susanne Kennedys Parsifal litt unter den erdrückenden Digital-Effekten von Markus Selg.

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Das Festival bot zudem interaktive und experimentelle Formate. Gob Squads Turn erkundete das Thema des Doppelgängers durch Publikumsteilnahme. Florentina Holzingers Pfingstspiel umfasste eine Stuntshow mit einem im Kreis driftenden BMW. Patti Smith bereicherte das Programm mit besonderen Auftritten und steigerte die kulturelle Strahlkraft der Veranstaltung.

Mit rekordverdächtigen Besucherzahlen und einer Mischung aus Triumphen und Flops ging das Festival zu Ende. Milo Raus ambitionierte Projekte und die kühnen Entscheidungen anderer Regisseur:innen prägten das diesjährige Programm nachhaltig. Das Publikum erlebte alles – von gesellschaftspolitischen Provokationen bis hin zu energiegeladenen Stunt-Performances.

Quelle