Streit um Dortmunder Opernhaus: Kultur gegen Sparzwang und Geringschätzung
Edgar WilmsenStreit um Dortmunder Opernhaus: Kultur gegen Sparzwang und Geringschätzung
Der Chefredakteur der Rheinischen Post hat sich gegen den Bau eines Opernhauses in Dortmund ausgesprochen. Er argumentiert, dass benachbarte Städte wie Köln, Duisburg, Bonn und sogar Dortmund selbst bereits ausreichend Alternativen böten. Ein Autor einer kürzlich erschienenen Erwiderung widerspricht dieser Haltung vehement.
Die Begründung des Kritikers kreist vor allem um Kosten und räumliche Nähe. Er misst Kunst in finanziellen Kategorien, statt ihren emotionalen oder kulturellen Wert anzuerkennen. Seine Position lässt vermuten, dass er trendige Restaurants höher schätzt als kulturelle Einrichtungen.
Schon in seiner früheren Funktion als Chefredakteur des Weser-Kuriers in Bremen zeigte er wenig Interesse an Kultur. Der Autor erinnert an diese Zeit und verweist auf den Niedergang der Zeitung seit seiner Amtszeit. Nun wendet sich dieselbe Persönlichkeit gegen das Dortmunder Opernhaus – möglicherweise, um sich mit einem sparsamen Oberbürgermeister zu arrangieren oder aus kultureller Geringschätzung.
Der Autor warnt, dass eine solche Logik auch andere Opernhäuser bedrohen könnte, etwa das in Düsseldorf. Dort bietet die Institution 570 Menschen Arbeit und fördert Musikschulen, Bibliotheken sowie die Bildung von Kindern. Kultur, so sein Argument, habe einen Wert, der sich nicht in Zahlen fassen lässt, und dürfe nicht so leichtfertig abgetan werden.
Die Debatte offenbart einen grundsätzlichen Konflikt über die Rolle der Kultur in Städten. Sollten sich solche Ansichten durchsetzen, könnten Opernhäuser und ihre weitreichenden Vorteile verschwinden. Der Autor besteht darauf, dass Kultur sich nicht auf wirtschaftliche Kalküle reduzieren lässt.






