Solinger Kirchenkreis plant radikale Standort-Schließungen bis 2035
Der Evangelische Kirchenkreis Solingen hat erste Pläne für seine Immobilien vorgestellt – angesichts sinkender Mitgliederzahlen und schrumpfender Finanzmittel. Bis Mitte der 2030er-Jahre rechnet man mit einer Halbierung der finanziellen Ressourcen, was harte Entscheidungen über die weitere Nutzung der Gebäude erfordert. Eine Arbeitsgruppe hat nun Vorschläge erarbeitet, wie Kirchen und Gemeindezentren in den kommenden Jahren genutzt – oder geschlossen – werden könnten.
Die Pläne unterteilen 17 Standorte in drei Kategorien: langfristig zu erhaltende Immobilien, solche, die weiter geprüft werden müssen, und solche, die nicht mehr tragfähig sind. Sieben Standorte sollen über 2035 hinaus offen bleiben, darunter die Ohligser Stadtkirche, die Walder Kirche und das Gemeindezentrum Höhscheid. Fünf weitere, wie die Evangelische Kirche Merscheid und die Lutherkirche, werden mittelfristig geschlossen. Die Zukunft von fünf weiteren Einrichtungen – etwa der Christuskirche und dem Gemeindezentrum Rupelrath – bleibt vorerst ungewiss und soll in weiteren Beratungen geklärt werden.
Ziel des Kirchenkreises ist es, alle verbleibenden Gebäude bis 2035 klimaneutral zu betreiben, was umfangreiche Sanierungskosten mit sich bringt. Noch bevor die Pläne finalisiert wurden, kündigte die Gemeinde der Lutherkirche in Solingen jedoch an, ihr Gebäude nach 2030 nicht mehr für Gottesdienste zu nutzen. Superintendentin Ilka Werner betonte die Transparenz des Prozesses und dankte der Arbeitsgruppe für ihr Engagement.
Eine außerordentliche Synode am 14. März 2026 wird über die Gebäudestrategie beraten; die endgültigen Beschlüsse sollen bis Ende 2027 fallen. Die von Hartmut Hoferichter geleitete Arbeitsgruppe soll bis Mitte der 2030er-Jahre ein nachhaltiges Konzept erarbeiten. Angesichts rückläufiger Mitgliederzahlen und reduzierten Personals muss der Kirchenkreis schnell handeln, um seine Zukunft zu sichern.
Die Vorschläge markieren einen tiefgreifenden Wandel für den Kirchenkreis, der künftig mit weniger Gebäuden und knapperen Budgets auskommen muss. Die endgültigen Entscheidungen 2027 werden zeigen, welche Standorte erhalten bleiben und wie sie betrieben werden. Das Ziel bleibt, finanzielle Realität, Gemeinschaftsbedürfnisse und Umweltziele in Einklang zu bringen.
Neue Vorschläge zur Kirchenschließung in Solingen aufgetaucht
Der Kirchenkreis hat seine vorläufigen Vorschläge aktualisiert und neue Details dazu bekannt gegeben, welche Kirchen offen bleiben und welche unsichere Zukunft haben.
- Zu den sicheren Standorten gehören nun die Evangelische Stadtkirche Ohligs, Dorper Kirche und Evangelische Kirche Gräfrath.
- Kirchen mit schlechten Aussichten sind Merscheid, Widdert und Ketzberg.
- Die Lutherkirche soll wie zuvor angekündigt nach 2030 geschlossen werden.






