06 May 2026, 05:33

Revolutionärer Filter aus Bonn stoppt Mikroplastik aus Waschmaschinen fast vollständig

Nahaufnahme einer braunen und schwarzen Seeohrschnecke auf einem Plastikbehälter mit Wassertropfen.

Revolutionärer Filter aus Bonn stoppt Mikroplastik aus Waschmaschinen fast vollständig

Forscher der Universität Bonn entwickeln Filter gegen Mikroplastik aus Waschmaschinen

Ein neuartiger Filter, der Mikroplastik aus dem Abwasser von Waschmaschinen herausfiltern soll, wurde von Wissenschaftlern der Universität Bonn entwickelt. Die Erfindung zielt auf ein wachsendes Umweltproblem ab: Eine einzige Haushaltswaschmaschine kann pro Jahr bis zu 500 Gramm dieser winzigen Kunststofffasern freisetzen. Die Forscher betonen, dass ihre Lösung nicht nur wirksam ist, sondern auch von der Natur inspiriert wurde.

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Der Filter orientiert sich am Aufbau der Kiemenreusen von Fischen wie Makrele, Sardine und Sardelle. Diese Fische filtern auf natürliche Weise kleine Partikel aus dem Wasser – ein Prinzip, das das Team nutzte, um synthetische Fasern aufzufangen, die während des Waschvorgangs abgelöst werden. Erste Tests zeigten beeindruckende Ergebnisse: Das Gerät entfernte über 99 Prozent des Mikroplastiks aus dem Abwasser.

Aktuell gelangen Mikroplastikpartikel aus Waschmaschinen oft ungehindert durch Kläranlagen. Viele davon landen im Klärschlamm, der später als Dünger in der Landwirtschaft verwendet wird – und so die Partikel in Böden und Gewässer trägt. Der neue Filter verstopft nicht und ließe sich kostengünstig herstellen, was ihn zu einer praktikablen Lösung für den breiten Einsatz macht.

Die Universität Bonn und das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik haben gemeinsam ein Patent auf die Technologie angemeldet. Die Forscher fordern nun die Hersteller auf, den Filter in zukünftige Waschmaschinenmodelle zu integrieren und weiterzuentwickeln. Das gesammelte Mikroplastik kann komprimiert und sicher mit dem Hausmüll entsorgt werden.

Experten betonen die Dringlichkeit, die Mikroplastikverschmutzung zu reduzieren, die sowohl für Ökosysteme als auch für den Menschen potenzielle Gesundheitsrisiken birgt. Die Entwicklung des Filters stellt einen wichtigen Schritt dar, um zu verhindern, dass diese Partikel überhaupt in die Umwelt gelangen.

Dank seiner hohen Effizienz und der einfachen Bauweise bietet der Filter eine vielversprechende Möglichkeit, die Mikroplastikbelastung durch Wäsche zu verringern. Wird er von den Herstellern übernommen, könnte er schon bald zum Standard in neuen Waschmaschinen werden. Zudem ermöglicht die Technologie eine sichere Entsorgung der aufgefangenen Fasern – und hält sie so aus Wassersystemen und Ackerflächen fern.

Quelle