30 March 2026, 14:26

Rekordnachfrage bei Tafeln: Immer mehr Deutsche kämpfen um Grundnahrungsmittel

Menschen vor einem Supermarkt mit Einkaufstaschen, einigen mit einem Einkaufswagen, Topfpflanze, Regalen, Schildern und Deckenleuchten im Hintergrund.

Rekordnachfrage bei Tafeln: Immer mehr Deutsche kämpfen um Grundnahrungsmittel

Deutschlands Tafeln verzeichnen Rekordnachfrage – immer mehr Menschen können sich Grundnahrungsmittel nicht leisten

Die deutschen Tafeln, die Lebensmittel an Bedürftige verteilen, kämpfen mit einer noch nie dagewesenen Nachfrage, da sich immer mehr Menschen grundlegende Lebensmittel nicht mehr leisten können. Allein in Berlin versorgt die Berliner Tafel monatlich 94.000 Menschen über Obdachlosenunterkünfte, Suppenküchen und 48 Ausgabestellen. Angesichts steigender Zahlen seit der Pandemie und dem Krieg in der Ukraine engagieren sich nun Freiwillige und Supermärkte verstärkt, um zusätzliche Spenden zu sammeln.

Die Berliner Tafel zählt zu den größten Tafel-Organisationen des Landes. Jeden Monat verteilt sie 660 Tonnen Lebensmittel – genug für 70.000 Portionen – an bedürftige Haushalte. Zudem beliefert sie 400 soziale Einrichtungen, darunter Unterkünfte und Suppenküchen, und erreicht so tausende weitere Menschen. Im Hintergrund sorgen ein Logistikzentrum und 25 Lieferfahrzeuge für einen reibungslosen Ablauf.

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Fast doppelt so viele Hilfesuchende wie noch vor wenigen Jahren Bundesweit sind mittlerweile bis zu zwei Millionen Menschen auf die Unterstützung der Tafeln angewiesen – die Nachfrage hat sich nahezu verdoppelt. Um diesem Bedarf gerecht zu werden, führt die Tafel saisonale Kampagnen durch, darunter eine Osteraktion bis zum 4. April 2026. Während dieser Zeit rufen 15 Filialen von Edeka, Rewe und Kaufland Kund:innen dazu auf, beim Einkauf ein zusätzliches Produkt zu kaufen und es an den Kassen den ehremamtlichen Helfer:innen zu überlassen. Ähnliche Initiativen gibt es zu Erntedank und Weihnachten, durch die jährlich weitere Tonnen an Spenden zusammenkommen.

Freiwillige halten das System am Laufen Ohne das Engagement der vielen Helfer:innen wäre die Arbeit der Tafeln nicht möglich. Uschi, 76, unterstützt seit 14 Jahren die Ausgabestelle an der Magdalenenkirche. Anne, 33, kombiniert ihren Job im KaDeWe mit wöchentlichen Einsätzen am Donnerstag. An einem Morgen in Neukölln sammelten Anne, Uschi und die Mitstreiterin Marianne gemeinsam vor einem Supermarkt Spenden, begrüßten Kund:innen und nahmen Lebensmittel entgegen.

Ein Netzwerk aus Solidarität In ganz Deutschland gibt es mittlerweile über 970 Tafel-Initiativen, die mehr als 2.000 Ausgabestellen betreiben. Gemeinsam stellen sie jährlich 265.000 Tonnen Lebensmittel bereit – eine unverzichtbare Hilfe für Menschen in finanzieller Not.

Dank des Engagements der Freiwilligen und der Zusammenarbeit mit Supermärkten kann die Berliner Tafel die wachsende Nachfrage bewältigen. Da bis zu zwei Millionen Menschen jährlich von Ernährungsunsicherheit betroffen sind, bleiben saisonale Kampagnen und regelmäßige Spenden unverzichtbar. Die Organisation erweitert kontinuierlich ihre Reichweite, um sicherzustellen, dass diejenigen, die am dringendsten Hilfe brauchen, auch erreicht werden.

Quelle