19 March 2026, 16:25

Psychotherapeuten in NRW protestieren gegen drohende Honorarkürzungen ab 2026

Blauer Hintergrund mit wei├čer Schrift und einem wei├čen Kreis-Logo mit einer blauen Umrandung, das eine neue Regel zur St├Ąrkung der psychischen Gesundheit umr├Ąndert.

Psychotherapeuten in NRW protestieren gegen drohende Honorarkürzungen ab 2026

Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Nordrhein-Westfalen (NRW) bereiten sich auf Proteste gegen geplante Honorarkürzungen vor, die ab diesem Donnerstag stattfinden sollen. Ab dem 1. April 2026 planen die Krankenkassen, die Erstattungssätze für psychotherapeutische Leistungen um 4,5 Prozent zu senken – eine Maßnahme, die Sorgen um die Zukunft der psychischen Gesundheitsversorgung in der Region schürt. Kritiker warnen, dass dieser Schritt die bestehenden Engpässe verschärfen und den Zugang der Patientinnen und Patienten zu Behandlungen weiter erschweren könnte.

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Die Psychotherapeutenkammer NRW hat sich deutlich gegen die Gebührenkürzungen ausgesprochen. Sie argumentiert, dass die finanzielle Belastung es noch schwieriger machen werde, eine angemessene Versorgung zu gewährleisten. Bereits jetzt müssen Patientinnen und Patienten in NRW im Schnitt fünf Monate auf einen Ersttermin warten. Die Situation spiegelt ein bundesweites Problem wider: In Deutschland fehlen rund 7.000 Kassensitze – also Zulassungen für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung. Besonders betroffen sind ländliche Regionen sowie Bundesländer wie Baden-Württemberg.

Die Erlangung eines Kassensitzes ist mit hohen Kosten verbunden, wobei es keine einheitlichen Preise gibt. Moritz Esser-Wolters etwa investierte 50.000 Euro, um seine Praxis in Coesfeld zu eröffnen. Zudem zählen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten zu den am schlechtesten bezahlten Fachkräften im deutschen Gesundheitssystem, was den finanziellen Druck auf den Berufsstand weiter erhöht.

Als Reaktion auf die geplanten Kürzungen werden Therapeuten in Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen und Bielefeld auf die Straße gehen. Sie befürchten, dass niedrigere Honorare noch mehr Behandlerinnen und Behandler dazu veranlassen, das System der gesetzlichen Krankenversicherung zu verlassen – mit der Folge, dass Patientinnen und Patienten noch weniger Behandlungsmöglichkeiten bleiben.

Die für 2026 vorgesehene Kürzung der Vergütung um 4,5 Prozent droht, die Wartezeiten weiter zu verlängern und die Verfügbarkeit von Therapieplätzen für gesetzlich Versicherte zu verringern. Angesichts des bundesweiten Mangels von 7.000 Kassensitzen und der hohen Kosten für Praxisneugründungen könnten die Kürzungen ein bereits überlastetes System zusätzlich belasten. Die Proteste in dieser Woche werden die wachsenden Bedenken hinsichtlich des Zugangs zur psychotherapeutischen Versorgung in NRW und darüber hinaus in den Fokus rücken.

Quelle