Pionier der Herzforschung: Gerd Assmann hinterlässt ein weltweites Erbe
Edgar WilmsenPionier der Herzforschung: Gerd Assmann hinterlässt ein weltweites Erbe
Professor Dr. Gerd Assmann, eine prägende Persönlichkeit der Lipid- und Arterioskleroseforschung, ist im Alter von 86 Jahren verstorben. Nach einem Leben voller bahnbrechender Arbeit hinterlässt er ein Erbe, das die kardiovaskuläre Medizin in Deutschland und weltweit revolutioniert hat. Mit über 1.000 wissenschaftlichen Publikationen zählte er zu den meistzitierten Forschern seines Fachgebiets.
Geboren und aufgewachsen in Deutschland, studierte Assmann Medizin in Köln, Freiburg und Düsseldorf. Seine wissenschaftliche Laufbahn führte ihn an die Universität Köln sowie an das National Heart, Lung, and Blood Institute in Bethesda, USA. Ein entscheidender Wendepunkt war seine Berufung zum Direktor des Instituts für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin an der Universität Münster. Dort gründete er zudem das Leibniz-Institut für Arterioskleroseforschung, das über Jahrzehnte hinweg die biochemische und klinische Erforschung des Lipidstoffwechsels prägte.
Seine Arbeit brachte grundlegende Erkenntnisse über die molekularen Mechanismen des Lipidstoffwechsels und der Arteriosklerose hervor. 1979 initiierte er die PROCAM-Studie, die zum Grundstein der modernen Risikobewertung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wurde. Die daraus entwickelten Algorithmen ermöglichten es Ärzten, das individuelle Herzinfarktrisiko von Patienten mit bisher unerreichter Genauigkeit vorherzusagen.
Doch Assmanns Engagement ging über die Forschung hinaus: Prävention lag ihm besonders am Herzen. Im Jahr 2001 gründete er die Assmann-Stiftung für Prävention, um durch wissenschaftsbasierte Aufklärung die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung zu stärken. Die Kampagne "Deutschland checkt sein Herzalter" hat seitdem bundesweit über 840.000 Teilnehmende erreicht.
Sein Vermächtnis umfasst Forschung, Bildung und öffentliche Gesundheit. Durch seine Pionierarbeiten und präventiven Initiativen hat Assmann die kardiovaskuläre Versorgung nachhaltig geprägt. Die medizinische Gemeinschaft baut weiterhin auf seinen Erkenntnissen auf – sein Einfluss wird fortbestehen.






