NRW will bis 2045 erste klimaneutrale Industrieregion Europas werden – doch Gas bleibt umstritten
Michaele LindnerNRW will bis 2045 erste klimaneutrale Industrieregion Europas werden – doch Gas bleibt umstritten
Nordrhein-Westfalen (NRW) hat sich ehrgeizige Klimaziele gesetzt und strebt an, bis 2045 die erste klimaneutrale Industrieregion Europas zu werden. Die schwarz-grüne Landesregierung betont, an diesem Vorhaben festzuhalten – trotz Kritik an der geplanten Abhängigkeit von Gaskraftwerken. Aktuelle Zahlen zeigen, dass NRW seine Emissionen bereits um 39 Prozent reduziert hat und damit das ursprüngliche Ziel von 25 Prozent bis 2020 übertroffen hat.
Konkrete Meilensteine sind definiert: Bis 2030 sollen die Treibhausgasemissionen um 65 Prozent sinken, gefolgt von einer Reduktion um 88 Prozent bis 2040. Zudem will die Landesregierung ihre öffentliche Verwaltung innerhalb der nächsten sechs Jahre klimaneutral gestalten.
Als Deutschlands energieintensivste Region stellt die Schwerindustrie NRWs – insbesondere die Metall- und Chemiebranche – eine besondere Herausforderung dar. Um den Bedarf zu decken, gehen Behörden von einem notwendigen Ausbau der Gaskraftwerkskapazitäten in Höhe von etwa fünf Gigawatt aus. Der Landesverband Erneuerbare Energien NRW hält diesen Gasbedarf jedoch für überbewertet.
Während Hamburg kürzlich beschloss, sein Klimaneutralitätsziel auf 2040 vorzuziehen, rechnen Umweltschützer in NRW nicht mit einer ähnlichen Beschleunigung. Das Land bleibt bei seinem Fahrplan für 2045 – auch wenn die Debatten über die künftige Energieversorgung anhalten.
NRWs Klimaplan sieht strenge Reduktionsziele vor und setzt auf eine klimaneutrale öffentliche Verwaltung bis 2030. Trotz der industriellen Hürden betonen Verantwortliche, das 2045-Ziel sei realistisch. Kritiker hingegen zweifeln daran, ob Gaskraftwerke mit langfristigen Nachhaltigkeitsbestrebungen vereinbar sind.






