29 April 2026, 10:49

NRW lehnt pauschale Stallpflicht für Geflügel ab – Ministerin warnt vor Folgen

Große Gruppe von Hühnern in einem Maschendrahtzaun mit einer Tür in einer Wand, einschließlich eines Eimers mit Hennen auf der rechten Seite.

Keine generelle Stallpflicht für Geflügel in NRW - NRW lehnt pauschale Stallpflicht für Geflügel ab – Ministerin warnt vor Folgen

Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) hat Forderungen nach einer pauschalen Stallpflicht für Geflügel in Nordrhein-Westfalen zurückgewiesen. Im Gespräch mit WDR5 in Düsseldorf betonte sie, dass ein solcher Schritt sorgfältig abgewogen werden müsse. Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) eine bundesweite Regelung fordert.

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Der ZDG hatte sich dafür ausgesprochen, sämtliches Geflügel in Ställen unterzubringen, und dies mit dem Infektionsschutz begründet. Zwar hatte das ZDF über diese Position berichtet, doch das Ministerium lehnt eine einheitliche Lösung ab. Gorißen verwies darauf, dass die Bedingungen in den Bundesländern unterschiedlich seien und eine pauschale Regelung daher kaum umsetzbar wäre.

Die Ministerin warnte zudem vor Risiken für das Tierwohl: Die plötzliche Unterbringung von Freilandgeflügel in Ställen könnte unnötigen Stress verursachen. Auch finanzielle Belastungen spielten eine Rolle, da kleine Betriebe die Kosten für eine kurzfristige Stallpflicht kaum stemmen könnten.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium unterstrich, dass die Verantwortung für den Infektionsschutz bei den Ländern liege. Entscheidungen müssten, so die Behörde, Gesundheitsrisiken mit praktischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten in Einklang bringen.

Nordrhein-Westfalen wird vorerst keine generelle Stallpflicht für Geflügel einführen. Die Haltung des Ministeriums spiegelt Bedenken hinsichtlich des Tierschutzes, der finanziellen Belastung der Betriebe und der Notwendigkeit regional angepasster Lösungen wider. Die Debatte über präventive Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung dauert an, wobei die Bundesländer weiterhin über ihre eigenen Regelungen entscheiden.

Quelle