NRW-Bauministerin Scharrenbach räumt Führungsfehler nach Mobbing-Vorwürfen ein
Michaele LindnerScharrenbach bietet Mitarbeitern nach Missbrauchsvorwürfen Gespräche an - NRW-Bauministerin Scharrenbach räumt Führungsfehler nach Mobbing-Vorwürfen ein
NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach hat nach schweren Vorwürfen wegen Mobbing Fehler in ihrem Führungsstil eingeräumt. Berichte des Spiegel und des WDR beschreiben ein von Angst geprägtes Arbeitsklima in ihrem Ministerium – mit dem Vorwurf, dass Führungskräfte über Fehlverhalten bereits lange vor der öffentlichen Debatte Bescheid wussten.
Auslöser der Affäre war ein interner Vermerk, den der Spiegel veröffentlichte und der eine Kultur der "Angst und Einschüchterung" in Scharrenbachs Haus schildert. Ein anonymer hoher Beamter wurde mit den Worten zitiert: "Diese Frau hat mich zerstört." Das Magazin berichtete zudem, dass ein Personalrat Nathanael Liminski, den Chef der Staatskanzlei, bereits im Januar 2025 über die Vorfälle informiert habe.
Der WDR ergänzte später, Liminski habe von den Mobbing-Vorwürfen noch vor der Bundestagswahl 2025 gewusst. Liminski selbst räumte ein, dass im Zuge der Umstrukturierung der Digitalverwaltungsabteilung zu Beginn der Legislaturperiode "Fragen aufkamen".
Scharrenbach reagierte mit einer persönlichen Stellungnahme, in der sie Fehler in ihrem Arbeitsstil einräumte. Sie kündigte an, die Kritik ernst zu nehmen, und kündigte gemeinsame Gespräche mit betroffenen Mitarbeitenden an – unter Einbindung des Betriebsrats. Zudem bot die Ministerin individuelle Gespräche mit den Geschädigten an und betonte, die Anliegen direkt angehen zu wollen.
Ihre Selbstkritik kommt zu einem Zeitpunkt wachsenden Drucks auf ihre Führungsmethoden. Nun steht das Ministerium vor der Aufgabe, Reformen umzusetzen, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Konkrete Maßnahmen, darunter die Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat, sollen in den kommenden Wochen folgen.






