Neuer Castor-Transport in Ahaus löst Proteste und Polizeigroßeinsatz aus
Evi HeuserNeuer Castor-Transport in Ahaus löst Proteste und Polizeigroßeinsatz aus
Ein Castor-Behälter mit atomarem Abfall traf in den frühen Morgenstunden des Mittwochs in Ahaus ein. Der Transport, der vom Forschungszentrum Jülich aus startete, wurde von großangelegten Protesten und einem massiven Polizeiaufgebot begleitet. Rund 2.400 Beamte sicherten die Route des Konvois ab.
Die Fahrt begann gegen 10 Uhr in Jülich, begleitet von einer mehrere Kilometer langen Kolonne. Strahlenschutzteams, Anti-Drohnen-Einheiten und Spezialkräfte begleiteten den Behälter, um Störungen zu verhindern. Trotz der angespannten Lage gab es während des Einsatzes keine Zwischenfälle.
Atomkraftgegner versammelten sich zum Widerstand – die Proteste wurden von Hanna Poddig organisiert. Sie hatte zuvor mit der Polizei verhandelt, um Demonstranten die Anreise per Fahrrad zu ermöglichen. Poddig argumentierte, solche Transporte müssten gestoppt werden, bis eine dauerhafte Lagerlösung gefunden sei.
Die Landesregierung erwartet, dass die öffentliche Besorgnis mit der Zeit durch einen "Gewöhnungseffekt" nachlassen werde. Gleichzeitig räumen Beamte ein, dass weitere Transporte unvermeidbar seien. Kritische Stimmen wie Alexander Vogt von der SPD haben die Transporte scharf verurteilt und behauptet, sie hätten vollständig vermieden werden können.
Seit der letzten großen Ankunft 1996 lagern in Ahaus 113 Castor-Behälter im Transportbehälterlager (TBL). Die in den frühen 1980er-Jahren errichtete Anlage beherbergt derzeit fünf Behälter mit abgebrannten Brennelementen und 108 verglaste Hochaktivitätsabfallbehälter. Weitere Lieferungen aus Jülich mit 152 neuen Behältern sollen ab März 2026 beginnen.
Der jüngste Transport unterstreicht die langjährige Rolle Ahaus' als Atommüll-Zwischenlager. Die Behörden betonen, dass die Sicherheitsvorkehrungen auch für künftige Transporte streng bleiben werden. Unterdessen fordern Aktivisten weiterhin einen Stopp, bis eine endgültige Entsorgungslösung gefunden ist.






