27 March 2026, 00:24

Neuer Castor-Transport in Ahaus löst Proteste und Polizeigroßeinsatz aus

Eine große Gruppe von Menschen marschiert auf einer Straßendemonstration gegen Atomkraft in Deutschland, mit Schildern und Fahnen auf der rechten Seite und Fahrzeugen, Gebäuden, Bäumen und einem Tor im Hintergrund.

Neuer Castor-Transport in Ahaus löst Proteste und Polizeigroßeinsatz aus

Ein Castor-Behälter mit atomarem Abfall traf in den frühen Morgenstunden des Mittwochs in Ahaus ein. Der Transport, der vom Forschungszentrum Jülich aus startete, wurde von großangelegten Protesten und einem massiven Polizeiaufgebot begleitet. Rund 2.400 Beamte sicherten die Route des Konvois ab.

Die Fahrt begann gegen 10 Uhr in Jülich, begleitet von einer mehrere Kilometer langen Kolonne. Strahlenschutzteams, Anti-Drohnen-Einheiten und Spezialkräfte begleiteten den Behälter, um Störungen zu verhindern. Trotz der angespannten Lage gab es während des Einsatzes keine Zwischenfälle.

Atomkraftgegner versammelten sich zum Widerstand – die Proteste wurden von Hanna Poddig organisiert. Sie hatte zuvor mit der Polizei verhandelt, um Demonstranten die Anreise per Fahrrad zu ermöglichen. Poddig argumentierte, solche Transporte müssten gestoppt werden, bis eine dauerhafte Lagerlösung gefunden sei.

Die Landesregierung erwartet, dass die öffentliche Besorgnis mit der Zeit durch einen "Gewöhnungseffekt" nachlassen werde. Gleichzeitig räumen Beamte ein, dass weitere Transporte unvermeidbar seien. Kritische Stimmen wie Alexander Vogt von der SPD haben die Transporte scharf verurteilt und behauptet, sie hätten vollständig vermieden werden können.

Seit der letzten großen Ankunft 1996 lagern in Ahaus 113 Castor-Behälter im Transportbehälterlager (TBL). Die in den frühen 1980er-Jahren errichtete Anlage beherbergt derzeit fünf Behälter mit abgebrannten Brennelementen und 108 verglaste Hochaktivitätsabfallbehälter. Weitere Lieferungen aus Jülich mit 152 neuen Behältern sollen ab März 2026 beginnen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der jüngste Transport unterstreicht die langjährige Rolle Ahaus' als Atommüll-Zwischenlager. Die Behörden betonen, dass die Sicherheitsvorkehrungen auch für künftige Transporte streng bleiben werden. Unterdessen fordern Aktivisten weiterhin einen Stopp, bis eine endgültige Entsorgungslösung gefunden ist.

Quelle