19 March 2026, 12:24

Moers erinnert an verlorenes jüdisches Erbe mit neuer Broschüre "Spuren jüdischen Lebens"

Schwarzes und weißes Foto einer jüdischen Synagoge in New York City mit Treppen, Geländern, Säulen, einer Tür und einer Wand.

Moers erinnert an verlorenes jüdisches Erbe mit neuer Broschüre "Spuren jüdischen Lebens"

Neue Broschüre "Spuren jüdischen Lebens" erschienen

Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Moers hat eine neue Broschüre mit dem Titel "Spuren jüdischen Lebens" veröffentlicht. Die Publikation beleuchtet die jüdische Geschichte der Stadt, die bis ins mittlere 17. Jahrhundert zurückreicht, im Nationalsozialismus jedoch fast vollständig ausgelöscht wurde. Exemplare sind ab sofort für drei Euro in öffentlichen Einrichtungen in Moers erhältlich.

Die Broschüre dokumentiert das einst blühende jüdische Leben in Moers, wo Persönlichkeiten wie Dr. Hermann Bähr, ein angesehener Allgemeinmediziner, und Maria Djuk, eine bekannte Lehrerin, prägende Rollen in der lokalen Gesellschaft spielten. Vor 1933 waren jüdische Bürgerinnen und Bürger voll in das Stadtleben integriert – doch Deportationen und die Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten dezimierten ihre Gemeinschaft bis auf wenige Überlebende. Heute zeugen nur noch vereinzelte Spuren von ihrem Wirken.

Bürgermeisterin Julia Zupancic hat die Schirmherrschaft über die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit übernommen und traf sich mit Vorstandsmitgliedern, um über laufende Projekte zu sprechen. Sie betonte ihr Engagement, das Gedenken an das jüdische Leben in Moers wachzuhalten und sich aktiv gegen Antisemitismus einzusetzen. Die Gesellschaft, deren Vorsitzender der evangelische Vertreter Martin Behnisch-Wittig ist, ist aus bürgerlichem Engagement gewachsen und pflegt enge überregionale Netzwerke.

Ein zentrales Anliegen bleibt die Einbindung jüngerer Generationen, wofür regelmäßig Schulprojekte durchgeführt werden. Die Arbeit der Gesellschaft wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, darunter mit der renommierten Buber-Rosenzweig-Medaille, die an Persönlichkeiten wie Heinz Kremers und Nikolaus Schneider für ihren Einsatz im christlich-jüdischen Dialog verliehen wurde.

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Die Broschüre bietet einen seltenen Einblick in die frühe jüdische Geschichte Moers' und thematisiert zugleich die Zerstörungen durch das NS-Regime. Durch Bildungsarbeit und öffentliche Veranstaltungen ehrt die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit das Andenken der Opfer und fördert das gegenseitige Verständnis. Die Publikation liegt nun an verschiedenen kommunalen Standorten aus und steht allen Interessierten zum Studium offen.

Quelle