Medienmacht in NRW: DuMont und Rheinische Post schnappen sich lokale Zeitungen
Edgar WilmsenMedienmacht in NRW: DuMont und Rheinische Post schnappen sich lokale Zeitungen
Zwei große Zeitungsübernahmen haben die Medienlandschaft in Nordrhein-Westfalen grundlegend verändert. Ende Februar übernahm die DuMont-Gruppe die Kölner Rundschau vom Heinen Verlag. Nur wenige Tage später gab die Rheinische Post bekannt, mehrere westfälische Titel samt ihrer Digitalplattformen kaufen zu wollen.
Bei der ersten Transaktion sicherte sich DuMont Ende Februar die Kontrolle über die Kölner Rundschau. Der Schritt folgte auf jahrelange finanzielle Schwierigkeiten des kleineren Verlages Heinen.
Anfang März kündigte die Rheinische Post ihrerseits eine Expansion an: Sie plant, mehrere westfälische Zeitungen inklusive ihrer Online-Angebote zu übernehmen. Nach Abschluss der Übernahme wird die Rheinische Post die größte Tagesauflage in der Region halten.
Das Bundeskartellamt prüft zwar solche Fusionen, bewertet dabei jedoch ausschließlich die Auswirkungen auf Leserschaft und Werbemarkt. Rechtlich darf es nicht berücksichtigen, wie sich solche Deals auf die journalistische Vielfalt oder das Meinungsspektrum für die Leser auswirken könnten.
Beide Übernahmen passen in einen branchenweiten Trend: Immer mehr kleine, unabhängige Verlage werden von größeren Medienkonzernen übernommen.
Die beiden Transaktionen bündeln weitere Medienmacht in weniger Händen. Sobald der Deal der Rheinischen Post abgeschlossen ist, wird sie den Zeitungsmarkt in Nordrhein-Westfalen dominieren. Gleichzeitig bleiben die Möglichkeiten der Regulierungsbehörden, solche Entwicklungen zu bewerten, begrenzt.






