Mediengruppe Stein meldet Insolvenz – 250 Jobs und 100 Millionen Euro in Gefahr
Edgar WilmsenMediengruppe Stein meldet Insolvenz – 250 Jobs und 100 Millionen Euro in Gefahr
Mediengruppe Stein, Deutschlands zweitgrößter Fachmedien-Distributor, hat Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen mit 250 Beschäftigten reichte den Antrag Anfang Oktober ein. Mittlerweile haben auch alle 18 Tochtergesellschaften Insolvenz beantragt – damit stehen Umsätze in Höhe von rund 100 Millionen Euro auf dem Spiel.
Die Probleme begannen am 17. September, als die A. Stein'sche Buchhandlung, ein großer Buchhändler mit 80 Mitarbeitern, Insolvenz anmeldete. In den vergangenen Jahren hatte die Mediengruppe Stein durch Übernahmen stark expandiert und traditionsreiche Namen wie Solon, Delbanco, Massmann und Albert Müller geschluckt. Dazu kamen Nischenanbieter für Bibliotheken wie IMS, LSL und Frohberg.
Doch die Integration dieser Unternehmen gestaltete sich schwierig. Probleme gab es bei der Zusammenführung von Inhalten, Technologien und Belegschaften der übernommenen Firmen. Die Kosten der Übernahmen belasteten die Finanzen zusätzlich.
Branchenkenner hatten bereits früh Bedenken geäußert. Jörg Pieper, ehemaliger Direktor für Bibliotheksprogramme bei Schweitzer Fachinformationen und heute Leiter Content-Akquise bei Get More Brain, hatte die rasante Kaufstrategie von Stein kritisch gesehen und vor den Risiken einer ungebremsten Expansion gewarnt.
Der Zusammenbruch der Mediengruppe Stein wirft nun 250 Mitarbeiter und die Belegschaften der 18 Tochterfirmen in eine ungewisse Zukunft. Langjährige Unternehmen unter dem Dach des Konzerns stehen vor Schließung oder Umstrukturierung. Mit 100 Millionen Euro gefährdetem Umsatz wird die Insolvenz die deutsche Fachmedienlandschaft nachhaltig verändern.






