Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren mutigen Widerstand gegen Lukaschenko
Evi HeuserSpätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren mutigen Widerstand gegen Lukaschenko
Die belarussische Oppositionsführerin Maria Kolesnikowa ist mit dem Internationalen Karlspreis für ihren Einsatz für Demokratie und freie Wahlen ausgezeichnet worden. Die im Jahr 2022 verliehene Ehrung würdigt ihren "außergewöhnlichen Mut" im Widerstand gegen das Regime von Alexander Lukaschenko. Die Preisverleihung fand in einem feierlichen Akt im Aachener Krönungssaal statt – nach ihrer Entlassung aus der Haft Ende 2025.
Der Karlspreis wird seit 1950 jährlich an Persönlichkeiten verliehen, die sich um Europa besonders verdient gemacht haben. 2023 ging die Auszeichnung an den ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi. Kolesnikowa hingegen war bereits früher für ihre Rolle in den Massenprotesten 2020 in Belarus gegen die umstrittene Wiederwahl Lukaschenkos ausgewählt worden.
Noch im selben Jahr wurde sie verhaftet und später zu elf Jahren in einer Strafkolonie verurteilt. Erst im Dezember 2025 kam sie frei. Nach ihrer Entlassung reiste sie nach Deutschland, wo ihr politisches Asyl gewährt wurde.
Bei der Zeremonie am Samstag nahm Kolesnikowa den Preis vor Publikum in Aachen entgegen. Die Veranstaltung rückte ihren anhaltenden Kampf für demokratische Rechte in den Fokus – während die Repression in Belarus unvermindert anhält.
Seit ihrer Freilassung übt Lukaschenkos Regierung weiterhin strenge Kontrolle aus. Proteste sind selten, Oppositionsvertreter werden verhaftet oder wegen Extremismusvorwürfen angeklagt. Der Internationale Strafgerichtshof untersucht zudem die erzwungene Abschiebung von Regimekritikern. Trotz dieser Herausforderungen unterstreicht die internationale Anerkennung Kolesnikowas ihre anhaltende Bedeutung als Symbol des Widerstands.
Kolesnikowa lebt mittlerweile unter politischem Asyl in Deutschland. Die Auszeichnung fällt in eine Zeit, in der die belarussische Opposition weiterhin massiv eingeschränkt wird und keine Anzeichen für eine Lockerung der Repression erkennbar sind. Der Karlspreis stellt eine offizielle Würdigung ihres Engagements dar – doch die Lage in Belarus selbst zeigt kaum Veränderungen.